Release reviews (August 2017)

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Der August bringt wieder einiges an Releases ans Tageslicht. Schön in Szene gesetzt von unserem externer Redakteur Kaiza. Das gesamte Baesse.de-Team wünscht viel Spaß beim lesen…

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Stranjah-„Dont Talk EP“ (DEV001)
Stranjah is ja auch schon länger dabei. Hat eine Menge Amenzeug gemacht und zwischendrin auch immer mal wieder was Anderes und meistens damit bei mir angedockt. Jetzt darkt der Kanadier ganz kräftig mit der ersten Deviant Audio rein. Meine Herren. „Dont Talk“ mit Tony Ranks ist genau mein Ding. Minimaler Synkopathenblues (Was ein Wort! Gibts das überhaupt?) mit einer megastarken Hook und Rudeboy-Ragga-Vocals. Wer die Vocals nicht brauch bekommt ein Instrumental frei Haus. „Crusader“ ist ähnlich gedacht: feingeistige und vertrackte Percussions mit loads of Funk plus eine angewobbelte Flatter-Bassline und eindeutigem Synthlead. Schick. „Phantom“ ist eher so „contemporary Halfstep“, aber mit dem gewissen Etwas. Die versetzten und leicht vertrippten Percussionelemente machen das Ding einmalig. Obendrauf sitzt ein fast schon cheesiger Synth, der mir in diesem Kontext aber sehr viel Spaß macht. Und dann wäre da noch „Clutch“ mit Survey. Ein super grooviger Riddim der alles in Grund und Boden rollt. Da ist kein Gramm zu wenig Speck dran :-D Tasty!
8 von 10


Tobax-„Into The Darkness EP“ (TITAN043)
Und dann war da noch die Tobax EP auf Titan. Fünf weitere Newschoolbanger für alle die noch nicht genug haben. Um es vornweg zu sagen: ich weiss nicht so Recht. Der Mann hats mächtig drauf, aber vielleicht würde ein Release weniger der ganzen Sache eher nutzen als schaden. „Into Darkness“ ist ein leicht schwurbeliges Etwas das nicht ganz weiss wo es hin will. Mir fehlt es insgesamt etwas an Zug. Nicht nur das Intro ist etwas dünn, auch der Mainpart tröpfelt mir etwas zu sehr dahin. Die Collabo mit Malux („No Place“) dagegen weiss zu begeistern. Das Riff baut sich schon im Intro auf. Der Build ist solide un der Drop ist kräftig. Die komplexen Stabs peitschen ordentlich auf die Nase un die Gesamtstruktur stimmt. Gelungene Sache das.
„Decibel Savage“ mit Anatomix aus Wien und Kryptomedic on vocal duties ist leider etwas schwierig. Was mich wirklich abturned ist die Präsentation von Kryptomedics Part. Klingt wie ein misslungenes Experiment. Das Intro ist nichts besonderes und der Mainpart des Drops hätte einiges mehr gekonnt. Wenn man sich die Zeit genommen hätte :-D Aber es gibt ja auch noch „Pimp Limp“ mit Glass Cobra. Und das ist ordentliche Artillerie um sämtliche Dancefloors dieser Welt einzuäschern. Ganz nach Vatis Geschmack. Einfach ma dumm drauf und keine Gefangenen gemacht. Alles tot :-D Ja und wenn ich hier eh nicht die übliche Lobhudelei vom Stapel lasse, dann kann ich auch gleich mal noch den Current Value Remix von „Blessed“ angehen. Der Mann ist gesegnet mit goldenen Ohren und kann so derbe Tracks basteln. Tausendfach bewiesen. Die Drums sind genial. Aber warum zum Teufel müssen es immer solche räudigen Bässe sein? Ich komm auf die nicht klar. Vielleicht liegts an mir, aber das isses einfach nicht: is mir zu sinnlos rumgekratzt. Sorry. Unterm Strich also zwei fette Tracks, die es wahrlich in Sich haben. Die anderen drei Stücke sind mit Sicherheit nicht schlecht und ich meckere hier auf hohem Niveau, aber für mich sind sie eben nix.
6 von 10


Various Artists-„Lifestyle Remixed EP“ (LFS064)
Das aufstrebende Imprint Lifestyle Music steht mit einer vielversprechenden Remix EP in den Startlöchern. Um es kurz zu machen: die vier Tracks sind Clubmaterial vom Allerfeinsten. Wir reden hier aber nicht von einer Großraum-Disse auf Ibiza, sondern eher von kleinen spelunkigen Kellergewölben. Und genau dort werden die Teile mächtig einschagen. Der Revaux Remix von „Convulsion“ (im Original von Arkitech) baut eine äusserst zwielichtige Athmo auf und rollt dann feingliedrig verstrickt bis nach Jericho. Wahnsinn. Das geloopte und trotzdem perfekt inszenierte Vocal ist das Sahnehäubchen. Arkitech revanchieren sich und haben „Head First von Revaux durch die Mangel gedreht. Der Track ist pure dunkle Materie. Hier stimmt alles: top Kombo aus Sub und Stomper-Kick, hochqualitative Drumlayers und -parts, treibender Groove und mächtig viele krass gemachte FX. Da passiert soviel. Your favourites Horrormoviemaker favourite Horrormoviesoundtrack. Lockjaw aus Australien nimmt sich „26“ von Ill Truth vor und enttäuscht nicht. Der Mann is eh von einem anderen Stern und denkt die Dinge gerne mal etwas anders. Der Groove ist fies und das Arrangement funktioniert. Reduziert und on point. Zu guter letzt kommt der Vorso Remix von Signals „Indirect“ in die Playlist und dort wird er auch bleiben. Egal wo den droppst, es ist Schicht im Schacht. Halftime Rinse Out to the fullest. Scheiss auf das Intro. Is eh unnötig. Der Flatterbass regiert den Drop und macht mächtig Spass. Super gedacht und umgesetzt. Einfach mal alles zerf**kt. Congrats. Also, wer auf Rollers steht und mal echten Undergroundshit chekcen will, der sollte hier zugreifen ;-)
8 von 10


Tobax-„Drylock EP“ (KTR2017D06)
Oha, noch mehr starker Tobax :-D Die neueste Veröffentlichung auf Kill Tomorrow kommt mit zwei neuen Apparaten des wahnsinnigen Erfinders plus Mean Teeth Remix um die Ecke. „Drylock“ ist schon cool, bleibt aber etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Kommt geil rein mit oldschooligen Pad, super Build und entsprechend gewählten Athmos, aber der Move des Tunes ist mir insgesamt etwas zu uninspiriert. Die Switches reissen es leider nicht raus. „Last Object“ jedoch ist umso fetter. Überschizo Intro mit ner verrückten Kombo aus Lead-Synth und Pad. und dann ist der Drop einfach da und zeigt das man es auch GANZ anders machen kann. Der rollt nicht, der steppt nicht, der dreht sich einfach fies in dein Hirn rein. Abgefahren af. Und dann ist da noch der Mean Teeth Remix von „Extasiest“ (das Original wurde auf der letzten Tobax EP auf Kill Tomorrow released): nach dem gelungenen Intro rollt der Tune dank einer mörderassozialen Bassline wie ein Geldtransporter der Deutschen Bundesbank über alles drüber was gerade im Weg rumlungert. Mit Polizeieskorte. Die Drums sind slick und die Synth-Leads runden den Tune auf gekonnte Weise ab. Böse Falle.
7,5 von 10


Kryptomedic-„Kryptomedic EP“ (EATBRAIN042)
Kryptomedic macht sich ja seit geraumer Zeit einen guten Namen und hat den einen oder anderen Track mit seinen Vocals veredelt. Der aktuelle Release auf Eatbrain jedoch dreht die Sache etwas um. Er bringt verschiedene Artists aus unterschiedlichsten Ecken der Welt zusammen auf eine Veröffentlichung, aber er selbst ist nicht das Feature, sondern das entscheidende Kernstück. Meines Erachtens ist das der richtige Schritt für seine Entwicklung als eigenständiger Künstler. Und die vier Tracks (plus EP-Intro) haben es in sich: „Deus EX“ mit Akov startet halftime und baut sich dann auf in ein flockig-funkiges Neurofunk-Gerät der oberen Güteklasse. „All Ears“ mit Disphonia lässt sich etwas mehr Zeit, aber kommt dann mindestens genauso derbe, wobei mir persönlich der Vocalpart etwas besser passt. Echt gut gemacht. „Time Slip“ mit State Of Mind ist Trademark-Stuff aus dem Hause SOM. Keine grossen Überraschungen, aber hohes Produktionslevel. Massives Teil. Last but not least „Soldier“ mit Fragz. Ebenfalls ein solides Ding. Kommt allerdings nicht ganz mit den anderen mit. Inhaltlich und mixdownmässig. Wer auf zeitgemässen Neuro ohne eine „Jetzt wird alles zerstört“-Attitüde steht, der wird hier mehr als ordentlich bedient. Zugreifen!
7,5 von 10


Various Artists-„Syndromeda EP“ (ALGO023)
Counterstrike hauen eine Various Artists EP auf ihrem Label Algorythm raus. Und das ist definitiv kein softes Gedüdel. Der Titeltrack von Dyslexia und MJ Free ist ein Wahnsinnsding zwischen altem Renegade Hardware-Stuff und technoidem DNB der obersten Güteklasse. Der Groove ist einfach top. „Arcadia“ von Draven ist mir etwas zu räudig, dürfte aber den Liebhabern des etwas herzhafteren Materials durchaus gefallen. Wresker und Kilobyte kommen derbe mit einem Track namens „Runner“. Der inflationäre Einsatz von Snares macht echt Spass :-D Und der alte Recke Kitech täuscht mit „The Futility Of Existence“ verspielt und chillig an, nur um dann böse und gemein zu droppen und mit einigen Varios zu überraschen. Diese EP geht nach vorne. Heftiges Zeug.
7 von 10


Inward, Hanzo und Randie-„Consistency Of Error LP“ (C4CDIGUKLP002)
Die Italiener Inward, Hanzo und Randie übernehmen den Laden. Erst eine Einführungs-EP vor einigen Wochen, dann Collabs mit Optiv und CZA und jetzt ein ganzes Album auf Cause 4 Concern. Wir reden hier von zehn technisch und inhaltlich äusserst gut gemachten Tracks die den Hauptaugenmerk auf zeitgenössischen Neurofunk legen. Darunter einige absolut willenlose Floorbomben wie „Delta Invariant“ mit Merikan, „Bloom“ und vor allem „Skorpio“. Außerdem gibt es aber auch noch den sehr den abgefahrenen Synthlead in „Tune-X“ (mit Synth Ethics), der rockige „Dirt“, der eher vertrippte „Ion Jam“ und das Klappergestell mit einer maximalen Resonant Snare namens „Smoking Mirror“. Die anderen Tracks stehen qualimässig nicht hinten an und können bedenkenlos als „äusserst cool“ tituliert werden. Gelungene Zusammenstellung von krassem Zeug.
8 von 10

Reviews by Kaiza

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