Release reviews (Oktober 2017)

0

Hier die aktuellen Release Reviews im Oktober. Insgesamt 9 Releases haben wir unter die Lupe genommen. Fresh geschrieben von unserem Redakteur Kaiza. Wie immer absolut LESENS- und HÖRENSWERT!

Wer Interesse hat, sich Redaktionell an dieser Rubrik zu beteiligen einfach eine E-mail an mail(at)baesse.de oder eine PN über unsere Facebook Seite schicken.


Optiv+BTK-„Mind Control (Mizo Remix)“ (DAUDIO041)
Der Ex-Gydra Russe Mizo beisst sich mit seinem Mind Control Remix fest und zeigt Onkel Optiv und Bad Boy BTK was im DNB-Dschungel zu gehen hat. Das Teil geht nach einem klapperigen Breakbeat-Intro mit Klapsmühlen-Athmo so richtig nach vorne. Die Bässe ranzen derbe rein, die Drums treiben dich an den Abgrund und man fragt sich wo man hier eigentlich gelandet ist. Was mich aber völlig flashed ist das in den Bässen eingewebte Vocal. Faszinierend! More of this Dutty Audio, plz.
PS: Unbedingt auch die Mizo EP auf Eatbrain checken. Da gibts mehr von dem heissen Scheiss ;-)

9 von 10


Critical presents Systems: Shyun (CRITSYS010)
Die Systems-Serie auf Critical begeistert mich eigentlich ausnahmslos. Auch der aktuelle Release ist ziemlich fett geworden. Shyun ist ein Riesentalent und macht hier schlicht mal gar keine Fehler. Im Gegenteil, selten so ein kohärentes Werk aus vier Stücken gehört. Eigenständig und in einer eigenen Nische angesiedelt zeigt der gute Mann wie es zu gehen hat. „Circles“ mit Charli Brix trumpft zum Reinkommen und Warmuppen mit einer tollen Kombi aus Vocals und Synths bzw flippigen Drums auf. „Digital Circus“ mit dem etwas verstörenden Intro droppt megafunky und dürfte eine absolute Granate auf jedem Dancefloor sein. Der Sägezahn ist komplett chef! „ZigZag“ ist ein Halftimehybrid und auch hier dominieren die Sägezähne und zerbeißen dir dein Gesicht. Und dann kommt der Todeslead rein und alles ist vorbei. Fatality. Der vierte Track ist eine Kollabo mit Cruk namens „Sentry“ bei der die Riesenkick dir die Nase eindrückt und die vollkommen wildgewordenen Percs zeigen, dass sie jetzt hier das Kommmando übernommen haben. Echt derbe Veröffentlichung. I like.
9 von 10


James Marvel+MC Mota-„Way of the Warrior (June Miller Remix)“ (APORN080)
Der Remix von „Way of the Warrior“ ist ein weiterer Beweis für die Sonderstellung von June Miller. Der Mainpart ist gar nicht mal sooo speziell, aber die Hinführung und Inszenierung ist einmalig und unfickbar. Orientalisches Thema zu Anfang, eine entsprechende Transition mit paar Whispers, dann Main Vocals als Lead Element und ein Tornado von Pseudodrop. Im Anschluss dann der Mainpart der ziemlich straight und kurz abfeiert was es abzufeiern gilt. Das wars. Alles immer nur solange wie nötig und so kurz wie möglich. Effektiv wie Sau und dabei supersauberer Mixdown und Top-Qualität. Todesfett!!!
9.5 von 10


Arbee-„Frostbite (Ice Cold) feat. Dyzlexic/Think About It“ (LFS067)
„Frostbite“ mit Dyzlexic hats in sich. Das Ding schiebt so höllenfies in dein Gesicht. Und dabei is da gar nicht viel drin. Muss es auch gar nicht. Flockige Drums, eine groovige Sinuswand plus gut geflowte Vocals. Thats it. Höchst mixbar und der Drop greift immer. Topnotch. Die Flip heißt „Think About It“ und dropt ähnlich geil. Nur diesmal sitzt on top ein leicht wahnsinniger Flatterreece bzw. ein grenzdebiler Synthstab. Die Percussions unterstützen die „Run Forrest Run“-Intention. Gelungene Abfahrt auf jeden Fall. Und dann war da noch der Vorso Remix. Der Tüp macht eh immer alles richtig. Aber hier geht die komplette Packung: halftime Bounce mit eingebauten Verzögerungszünder, das Vocal als Lead-Element in den Gehörgang reingesemmelt und einfach genale Switches und Varios. Grandios. Alle drei Stücke sind schlicht und einfach herrlich und somit der Release ein absolutes „must have“.
9 von 10


Ed Rush-„Skylab/Density/The Raven (The 2017 Remasters)“ (METH024X)
Wenn du wissen willst warum sich ungefähr fast alle Pro-Artists auf Ed Rush beziehen, warum Metalheadz eins DER Labels überhaupt ist und vor allem was bitte genau 1996 abgegangen ist, nachdem Grooverider die Techstep-Welle benannt und losgetreten hat, dann hör dir diese Tracks an. „Skylab“ und „Density“ sind mit die Besten Beispiele für den Genre-Blueprint. Das was Ed Rush hier macht ist so eigen, raw und uncut. Völlige Darkness, supersharpe Breakswitches und unglaubliche Athmos. Ironischerweise hat Nico Sykes 423 solche Ed Rush Tracks auf No U-Turn veröffentlicht und damit den Weg geebnet für das was als Techstep in die Geschichte einging. Und wie es so ist: die erfolgreichsten sind dann auf Headz zu bestaunen.
„The Raven“ war die vielleicht die Gänsehaut-Reece-Hymne schlechthin (vgl. auch „Mutant Revisited“ von DJ Trace). Der Intro-Aufbau, die Melo-Stabs und dann der unfuckingfassbare Main-Reece. Zu arg!
Vielen Dank Ant, dass du die Dats rauskramst und remastered released. Da geht einem ja das Herz auf.
423 von 10


Silent Witness-„Argonaut/Drop It“ (ML002)
Das Methlab Imperium ist ja viel grösser als nur das eigene Imprint. Das Kollektiv vereint Musik, Visuelles und Bookingagentur unter einem Dach und baut stetig aus. Auch der Artistroster ist gespickt mit Leckerbissen. Unter anderem ist da Silent Witness zu nennen, der ja ein musikalischer Weggefährte des allseits bekannten und geschätzten Break war, und vor einiger Zeit sehr coole Sachen auf seinem eigenen Label gebracht hat. Dann wurde es mal wieder etwas still um den guten Mann. Jetzt aber kommen zwei heftige Dancefloor-Splitterbomben raus und ich freue mich sagen zu können, daß die Teile megafett sind. „Drop It“ rasiert auf eine sehr gründliche Weise das Gesicht weg. Die Bassline bzw. Reeces und Stabs sind intelligent gesetzt und das Arrangement macht echt Spaß. „Argonaut“ kommt etwas klassischer daher. Der Sub walzt dich schlicht und einfach nieder. Du hast keine Chance dagegen anzukommen. Du musst den Track einfach gewinnen lassen.
8 von 10

dreadmaul-„Yoruba EP“ (OA127)
Onset Audio ist so eines der kleinen (aber feinen) Labels die einfach releasen ohne einen grossen Promo-Aufwand zu fahren oder sich zu sehr um irgendwas zu scheren. Daher hat der „DNB Mainstream“ meist noch nichts von ihnen gehört. Schade eigentlich, denn die Sachen sind grösstenteils echt gut und hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Das Label steht bei Nummer 127 btw. Denkt mal drüber nach. Und Seth Grym ist nicht nur der Labelowner, er ist auch ein verdammt krasser Grafiker. Die Artworks sind immer erste Sahne.
Kommen wir also zu den vier Tracks aus dem Hause dreadmaul. „Bad Dreams“ macht den Anfang und ist schlichtweg grandios. Klassische Breaks in Versatzstücken so einzusetzen kann auch nicht jeder. Die Musikalische Intensität ist unfassbar. Dabei ist es aber kein Horromovie-Vibe, sondern eher was für einen abgefahrenen Mindfuck-Thriller. Zudem klingt das Teil 1A. „Yoruba“ nimmt dich mit in eine Paralleldimension. Dort brauchst du keine Augen („Event Horizon“ anyone?). Aber das Teil feuert deine Synapsen auch ohne visuellen Input ordentlich an. Ist ein Knaller. Vielschichtig, multidimensional und weitab vom Schuss reingedarked. „Red Earth“ geht in eine ähnliche Richtung mit einer Menge Suspension und Darkness. Gefällt mir auch alles echt gut. Nur die Blechsnare und der Amen hätten nicht sein müssen. Aber buchen wir die mal unter das Konto „Geschmackssache“. Der Track ist definitiv krass gedacht und top umgesetzt. Die Collab mit Arks („Sanity“) erreicht meiens Erachtens die Qualität der anderen Tracks nicht: zum Einen sind es die Drums, zum anderen erscheint der Tune wesentlich „durchschaubarer“. Das macht aber nix. Insgesamt ist die EP top. Also: wer auf deepen DNB und Halfstep steht, der sollte sowohl dreadmaul als auch Onset im Auge behalten!
9 von 10

The Force-„Phantom Shadow/Incubus“ (SSLD025)
The Force hab ich schon jahrelang auf dem Zettel. Zwischendrin gabs immer wieder echt krasse Dinger von dem. Leider auch immer viel Zeug, daß mir viel zu bratzig und Standard war. Die aktuelle Subway Soundz begeistert mich aber. „Phantom Shadow“ hätte das Zeug zur Hymne. Keine Ahnung ob der Track bereits eine ist. Bin nicht wirklich bewandert in der Jump Up Szene. Die Hook is jedenfalls eingängig, ohne dabei cheesy zu sein, und ohne durch Albernheit zu glänzen. Die Drums und alles andere sind nicht limitermässig völlig an die Wand gefahren. Das Intro ist unspektakulär, passt aber gut und dürfte gut zu mixen sein. „Incubus“ ist erstklassiger Jump Up, fokussiert und zielgerichtet, aber dabei so herrlich melancholisch :-D Geht das? Ja. Intro inklusive Vocal leitet das „Trauerspiel“ ein, die Pfeifenbässe regeln den Rest. Coole Veröffentlichung. Macht Spaß.
7 von 10

Reviews by Kaiza

Share

About Author

Comments are closed.