Release reviews (Februar 2018)

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Unsere aktuellen Release reviews sind Online. Fresh geschrieben von unserem Redakteur Kaiza. Wie immer absolut LESENS- und HÖRENSWERT! An dieser Stelle, ein dickes Dankeschön an Dich.

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Benny L+Shimon-„Sharks“ (APORN084)

Benny L und Shimon sind schon eine Bank. Ich hab den Eindruck die Zusammenarbeit ist was Besonderes. „Sharks“ ist eine Beweis für unkonventionelle Struktur und den positiven Effekt durch das Aufbrechen einiger Schbalonenelemente. Aber der Reihe nach. Wir reden hier von einem unfickbaren Top-Intro mit einer genialen musikalischen Tiefe. Catchiness Faktor 1000. Das Doku-Vocal ist das Sahnehäubchen. Das holt wirklich jeden ab. Im ersten Moment ist der Übergang in den Mainpart gewöhnungsbedürftig, aber tatsächlich find ichs dann doch genial: ein kurzes „Sharks“ und tschüss, Paco. Was dann folgt? Eine Hosenscheissbassline mit dem Prädikat „besonders zu arg“ plus Donnerwetter-Megastab und zwar für gerade Mal knappe 32 Bars. Keine Vario, keine Ferz, keine üblichen Standardroutinen. Mehr brauchts nicht. Nochmal ein Introrecycling und fertig ist der Hit. Was ein Brett.

8 von 10

Coppa-„Poetry In Motion LP Sampler 2“ (APORN085)

Ich bin ehrlich: was Coppa angeht bin ich etwas zwiegespalten. Dope Delivery, krasse Stimme, guter Flow. Aber irgendwas an dem nervt mich :-D
Weiß leider nicht genau was. Der aktuelle Release auf Shimons Audioporn jedenfalls kündigt sein bald erscheinendes Album an und das hats ziemlich in sich. Das gilt leider nicht für die Collabo mit Current Value: die is schon gut gemacht, aber beeindruckt mich persönlich wenig. Die ragga-esquen Vocals auf einer CV-Routine sind nix für mich. Naja egal. Das Gerüst was der Slowake Madface da allerdings zur Verfügung stellt ist schlichtweg beeindruckend. Hier harmoniert alles wie es soll und macht enorm Spass. Unfassbar fetter Lead-Reece und eine volldümmliche Synthmelohook, die aber genau so sein muss. Hochglanz reingesteppt, würd ich sgen. Das Teil ist ganz gross. Und als Titeltrack genau die richtige Wahl. Ich verneige mich in Ehrfurcht!

8 von 10

Nami-„Search EP“ (BANDCAMP)

Nami legt eine komplette EP auf seinem Bandcamp nach und wie immer sind die Tracks Top-Material. Darkes Zeug mit einer Menge guter Ideen. Zum Beispiel „Characters“. Das versteckte Vocal in der Hook, der Synthstab und schlichtweg die Tiefe, während die Dums on point dahinmarschieren. Grossartig gemacht. „Future Thinking Syndrome“ hat kein besonders innovatives Intro, aber erneut ist es der verschallerte Synth-Stab im Mainpart, der die ganze Sache rund macht. Der Tune switched, die Bässe kommen in den Vordergrund und alles ist gut. Minimal und genial. „Gonglu“ ist keineswegs ein Ausfall, steht aber dennoch etwas zurück. Das Thema ist super, aber mir sind da zuviele gegenarbeitende Percussionelemente drin. Das Gegenteil ist der Titeltrack „Search“: der stiefelt nämlich geradlinig auf dich ein. Nicht zu militant oder zu aufdringlich, aber doch bestimmt und mit einer Mission. Fantastisch! „Tezeus“ ist dann nochmal volle Breitseite. Die Bässe sitzen so saftig auf einem Brett von Beat. Mein Highlight dieser EP und allen Freunden des rollenden Wahnsinns besonders empfohlen.

8.5 von 10

https://namiongaku.bandcamp.com/album/search

ZeroZero-„Free Album“ (BRKN032)

Der letzte Release auf Broken Audio kommt von ZeroZero und der kommt gar nicht mal schlecht. „Patchy“ ist ein gut gemachter Rollers-Neurofunk-Hybrid und bohrt sich konsequent in deinen Kopf. Der Mixdown sitzt und die Hook bewegt. „Scorpio“ ist megafunky und man könnte meinen er wurde in Bristol gezeugt :-D Das Pad startet und alles ist cool. „Syndrome“ ist etwas mehr Filz und ziemlich fies umgesetzt. Die Synthstabs sind echt grandios. No complaints. Bei „Tempest“ bin ich mir nicht ganz sicher. Qualitätsmässig definitiv top gemacht. Aber mir sagt die Kombo aus Bassline und Drums irgendwie nicht so zu. Is mir zu „slappy“ :-D Insgesamt grosses Kompliment and alle Beteiligten zu dieser mehr als ordentlichen Veröffentlichung.

8 von 10

Donny-“Bad Human EP“ (CPW007)

Donny, nach dem Ableben von Barcode ja mit eigenem Imprint Crash Pang Wallop unterwegs, ist mal wieder zurück. Die Bad Human EP ist jetzt auch nicht unbedingt die Innovation schlechthin. Donny Standard Tracks für die Fans halt. Nix wirklich neues. Forbidden Society Remix reisst mich ebenfalls wenig vom Hocker. Aber eine Sache ist doch beachtenswert: Katharsys (mittlerweile nur noch Hugo?) kann es noch. Der Remix ist ein beeindruckender Versuch sich gegen den nicht aufzuhaltenden Verfall von dem was früher die Therapy Sessions gerockt hat, zu stemmen. Eine Kreuzung aus Golden Age-Audio und Katharsys Trademarks (leider ohne Übersnare :-D) mit einem Top Mixdown. Fantatsisch grenzdebiler Wahnsinn für alle die es etwas übler mögen, aber kein Bock auf Krach haben. Find ich echt gut.

7.5 von 10

Obeisant-„One Time EP“ (PROGRAM051)

Der Neuseeländer Obeisant bringt 4 mal Wahnsinn auf dem Ram Sublabel Program. Wer ihn kennt der weiß, dass die Mixdowns seiner Tracks immer absolute Sahne sind. Aber „Apiaka“ ist auch inhaltlich spitze. Das Thema wird gekonnt inszeniert, der Track bleibt durchgehend spannend und die Drums, Mann, die Drums! Der zweite Tune baut auf einem Female Vocal auf und kombiniert das untenrum mit abstrakten Saws und obenrum einer Hommage an Boymerang („Hidden Voice“). Und das ganze is so durch und durch Manga, dass es eigentlich nicht zu glauben ist. Mein Highlight ist der Titeltrack „On Time“: wie radioaktiv kann ein DNB-Floorburner sein? Der breitbandige Leadbass ranzt alles weg und der Variostab Marke Tschernobyl Block 2 ist einfach nur noch crunk. Last but not least auf der EP ist „Evacuation“ mit Homie Victim. Ein solider Neurotrack, der jedoch im Vergleich der anderen drei Tunes etwas zurückbleibt. Das liegt aber nicht daran, dass er schwach ist, sondern vor allem daran, das die anderen so unmenschlich stark sind. Top release!

8 von 10

Tapolsky+VovKING-„Modern Innovation“ (TECH170)

Es geht los zum ersten Date mit der Schwester deines besten Kumpels. Du willst es perfekt. Romantisch, unter freiem Himmel, in einer klaren Sternennacht. Du hast dich in Schale geschmissen, dein Hipster-Bart ist top gepflegt, dennoch warst du nochmal beim Barbier um auch die letzten widerspenstige Haare in den Griff zu bekommen. Deine Friese sitzt und dein Body ist Dank Bodychange.de der pure Wahnsinn. Du schwingst dich in deinen tiefergelegten 3er BMW und und heizt los. Anlage auf Anschlag. Unterwegs fällt dir ein, dass du noch ein kleines Präsent brauchst. Kein Problem, kurzer Stop an der Tanke, paar Blumen sind drin. Weiter gehts. Auf einmal bekommst du eine Whatsapp-Nachricht: „Wo bleibst du? Wir sind schon am Vorglühen!“. Du kommst endlich an, die ganze Bande veranstaltet ein Riesenradau, schüttet sich seit einiger Zeit literweise südpolnischen Absynth rein und die Folgen sind verheerend. Sie brüllen und lallen ein „Loooos, wir fahrn in Clubbbb“. Herzlichen Glückwunsch, du bist der Fahrer. Gib alles!
Die vier Tracks sind übrigens der ABSOLUTE HAMMER und natürlich big ups Camo und Krooked für die Vorarbeit, aber das toppt trotzdem alles. Release of the Century. I mean it.

9.5 von 10

Reviews by Kaiza

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