Release reviews (März 2018)

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Kurz vor Monatsende, hat unser Release Redakteur Kaiza wieder einiges an Tunes unter die Lupe genommen. Wie immer absolut LESENS- und HÖRENSWERT!

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Amit-„Red Flag/Form & Dictate“ (31RS032)

Die neue 31 Recordings kommt von Amit und bringt keine Überraschung. Zum Glück. Weil das was hier geboten wird ist absolut einmalig und erstklassig. Beide Tracks sind intensiv, tief und zeitlos. Und das sind nicht viele Releases heutzutage. Insbesondere „Red Flag“ ist faszinierend: ein Halfstep-Amen der genau so sein muß. Eine Hommage an Mitneunziger Rinse Outs, angereichert mit einer Menge Dub-Einflüsse und einem Mega-Druck. Aber auch „Form & Dictate“ ist outstanding. Ein Amit Trademark-Tune der keine Wünsche offen lässt. Lange Rede, kurzer Sinn: ich bewundere Produzenten wie Amit. Solche Leute haben ihr eigenes Universum erschaffen. Kein Anderer kann das so machen wie sie. Maximaler Respekt!

7 von 10

Phonetick-„Cyberpunk EP“ (BT068DD)

Phonetick ist ein junger und aufstrebender Produzent aus der Slowakei mit dem Hang zu wirklich frischen Ideen. Seine Stab-basierten Tracks sind funky und komplex wie Sau. Schön zu sehen, dass nicht nur AMCs Titan, sondern jetzt auch Bad Taste sein Material unter die Leute bringen. Das Paket umfasst vier Stücke. Der Titeltrack startet mit einem verwirrten Intro und einem genial stotterigen Mainpart. Auch „Shapeshift“ wackelt entsprechend in Richtung Klapse. Das Sounddesign ist schon was ganz eigenes :-D „universal“ mit Meph ist mein Favorit. Das Horror-Intro mit Sci-Fi-Vocal und top Build-Up mündet in den Most-Schitzo-Drop ever und zerflext dann sämtliche noch vorhandenen Gehirnzellen. „Let Em Know“ mit Mean Teeth und Paradigitz ist schlichtweg ein Meisterwerk. Die Elemente arbeiten perfekt ineinander und der Mixdown sitzt. Bitte mehr davon.

8 von 10

Various Artists-„5oth“ (D9REC050)

Das italienische Label Delta 9 veröffentlich ihr Jubiläumsalbum mit der Nummer 50 und dieses hats faustdick hinter den Ohren. 19 Tracks zwischen Deep, Dark und Neuro und mit einigen illustren Namen. Unter anderem die Italo-Gang mit Akrom, Disprove, Ephyum, Invadhertz, Jazzatron, SD, Synth Ethics, Neve, Frame, Stoner und Dottor Poison. Vor allem ist der Dabs Remix von „Ratio“ gewaltig. Aber auch die anderen delivern mehr als solide.
Unbedingt „Flash Crash“ anspielen. Aber auch die Tracks von D Flect, Rafiki & Draize, Sentic Cycle, SL8R und Underspawn sind allesamt starkes Material.
Nicht zu vergessen Kodin und Flipz MC die mit „Neurotic“ einen supergeilen Vocal-Roller abliefern. Fast schon ein Hit. Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass es mir eine Ehre ist Teil des ganzen zu sein. Ich erweise meinen Respekt mit gleich zwei Tracks unter meiner Beteiligung („Ultra“ von Instinkt und die Freqax-Kaiza-Collabo mit Kryptomdic am Mic). Weiter so Diego und Francesco!

8 von 10

Abis & Signal-„The Wall EP“ (DIVIDID001)

Ex-June Miller trifft auf Wunderkind Signal. Das Ergebnis ist phänomenal und wird auf dem eigenen Label DIVIDID herausgebracht. Der Titeltrack ist eine High Tech-Collabo mit Chromglanz. Piano-Intro mit Tasha Baxter on top, build up und Vollgas mit grandiosen Edits und allem was man braucht. Der zweite von Abis und Signal heißt „Give & Take“ und kommt Neunzigermässig rein, schraubt sich heftigst hoch und dropped so abartig, dass ich breit grinsend vor meinem Rechner hock und mal überhaupt kein Problem damit habe, dass June Miller Geschichte ist. Rapidfire Snares make my day. In diese Kerbe schlägt auch der Abis-Solotrack („If U“). Drums und Synthelemente so zu verweben ist schon echt fett. Sehr gelungen auch der Einsatz des titelstiftenden Vocals. Ganz anders ist der Solo-Wahnsinn von Signal namens „These Eyes“. Die Bassline schreddert alles. Und die Clap steht einfach im Raum. So asozial. Instant rewind. Kein Wunder, dass der Tüp so hoch gehandelt wird. Mega Release.

8 von 10

Bou-„Liondub Street Series Vol 23“ (LDSSVOL23)

Man of the moment Bou bringt fünf Stücke auf Liondubs Street Series (bereits bei Vol 23 angelangt) raus. Und da wird auch was geboten. „Fire“ ist eine Collab mit Euphonique und zersteppt den Dance mit Ray Keith im Geiste. Geile Nummer. „Double Barrel“ ist ebenfalls toll. Retro to the fullest. „The Best“ ist im Prinzip dasselbe in Grün: rolling classic Drums, megaderbe Subs, coole Edits und n paar Vocal Schnipsel. „Keep Away“ arbeitet mit einem Akustik-Bass-Riff. Das ist auch fresh, aber die Drums sind mir zu dominant. Später kommt auch ein heftiger Sub rein, aber dann isses eigentlich zu spät. „Ganja“ mit Dispoze is mir zu Standard-Jump Up. Geht an mir vorbei. Aber drei von den fünf Geräten sind fesch. Keep em coming.

6.5 von 10

Ding & Sam Harris-„Control EP“ (MCRE013)

Das kleine Label Modular Carnage bringt von Zeit zu Zeit interessante Musik unter die Leute. Die aktuelle EP ist von Ding und Sam Harris. „Dive In“ von beiden rollt auch recht unspektakulär aber doch cool los. Das Grundgerüst ist solide, die Reverb-Stabs hätten etwas mehr eingebettet werden können. „Spartan“ ist ebenfalls eine Collab und reduziert sich aufs absolut Wesentliche. Diesmal passen mir die Midstabs besser in den Kram. Verrücktes Teil. Beide Mixdowns sind ok, aber hätten auch etwas mehr gekonnt. „Doppler“ von Ding und Sulex ist definitiv nochmal ne Spur schärfer. Hier sitzt die Mische. Und auch inhaltlich ist das alles ordentlich. „Control“ stinkt im Vergleich leider etwas ab. Insgesamt dürfte der Release die Freunde des gepflegten Minimalismus aber durchaus im Herz treffen.

6.5 von 10

Various Artists-„Symmetry Selects Vol. 1“ (SYMMLP006)

Wir kommen zur aktuellen Veröffentlichung von Breaks Label Symmetry Recordings. Und um ehrlich zu sein, ich bin etwas zwiegespalten. Die Tunes sind schon cool, aber das Label war bis dato unantastbar was die Qualität anging. Einige wenige Artists waren gesigned und die haben durchgehend absolutes Top-Material gebracht. Aber mit diesem Release wird das Label „erreichbar“. Vorher war es das einfach nicht. Alles war so unmenschlich krass, dass es überhaupt null zur Diskussion stand. Man verstehe mich nicht falsch: „Teachings“ von Rizzle is derbe und „One Million Ants“ von Glyph ist ebenfalls mächtig. Aber nicht alle Tracks sind auf diesem Level. Inhaltlich. Die Mixdowns sind wie gewohnt stark. Positiv find ich die „Nachwuchsförderung“. Das ist definitiv ne gute Sache. Am Besten selbst mal reinhören und nicht so verkopft drangehen wie ich :-D

7 von 10

Various Artists-„Underside 5 LP“ (TAMFREE100)

Bes verabschiedet das Zentralgestirn seines Labeluniversums TAM mit einem letzten grossen Bumm. Nach unzähligen Top-Releases und vor allem wertvoller Arbeit im Bereich Nachwuchsförderung Russischer DNB-Talente bringt er ein 5o Track starkes Abschlussalbum raus. Er selbst dürfte wohl kaum kürzer treten wo er doch mit seinem eigenen Projekt Gydra voll am Durchstarten ist. „Underside 5“ jedenfalls ist rundherum gelungen. „Collapse“ von Block Control beispielsweise ist einfach zu arg. Fantastisches Ding. „Ingram“ von ChaseR ist ebenfalls unmenschlich krass. Gydra sind natürlich auch vertreten. Herrlich, wie „WTF“ dahinstiefelt. Mizo macht auch keinen Gefangenen („Nautilus“). Noxen („Not Found“) und NU4M („Cascade“) sind auch geil zum Quadrat. Der absolute Oberknaller ist aber „Wasteland“ von Tobax mit Lifesize MC am Mic. Megagroovy ins Gesicht. Ein paar der Tracks sind nicht so meins, aber das ist bei sovielen Tunes auch kein Wunder. Geht schon klar. Schade, dass das Label tuk ist, aber so ists halt und von daher ein dickes Salute!

7 von 10

Reviews by Kaiza

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