Release Reviews (Mai 2018)

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Picke Packe VOLL sind die Release Reviews im Mai. Unser Redakteur Kaiza hat wieder einiges an Tunes unter die Lupe genommen. Wie immer absolut LESENS- und HÖRENSWERT!

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Various Artists-„Music Squad 001“ (CSQD001)
Paar Junge Tüpen schrauben was und stecken nicht nur die alten Säcke in die Tasche, sondern erobern auch ma kurz die DNB-Welt. Jetzt dann auch auf dem eigenen Imprint. Grey Code reeced bedenkenlos rein, ein Flow wie ein Krokodil auf Wasserstellensuche in der Wüste und wie immer mit dem gewissen Etwas. Ground mit uhrwerkgenauer Handwerkskunst und nicht ohne Stil und Talent. Ordure kann auch was und hat einen grenzdebilen Halftime-Dancefloor-Zerstörer im Gepäck. Da wird sich die eine oder andere Figur in der Disko in die Hose scheißen. Was ist eigentlich los mit dir? :-D Wingz und Nosfer operieren mit dem Skalpell an deinem Innenohr rum und du freust dich auch noch. Richtig arg. Nur der Skylark Tune findet bei mir nicht denselben Anklang. Muss er auch nicht. Da wirds genug Leute geben die den feiern werden. Da bin ich mir sicher. Chapeau messieurs. Das wird was mit euch!

8 von 10

Various Artists-„Core EP“ (FLXA071)
Flexout Audio ist definitiv ein Garant für starke Releases. Daran gibt es keinen Zweifel. Die „Core EP“ unterstreicht das. Amoss sind am Start und sind pfundig unterwegs. „Relapse“ ist das was man früher Neurofunk nannte. Jetzt nennen die Kids das einen „Roller“. Is aber auch völlig wurst. Das Teil ist verdammt gut gemacht und lässt keine Wünsche offen. Arkaik steuert einen hypnotischen Late-Night-Track bei. Weniger ist mehr und das Wenige ist scheissenochmal verdammt on point. Taelimb kann auch was. Leider wissen das nicht soviel Leute. Vielleicht raffen sie es ja nachdem diese fiese Wildsau von Track über sie drüber gewalzt ist. Ungewaschen und roh. As we like it lol. „The Cry“ von Ordure allerdings hat mich direkt beim ersten hören mitten ins Herz getroffen. Die Drums sind herrlich. Die Bassline drückt dich an die Wand und dieser mächtig verschallerte Leadsynth ist einfach göttlich. Einzigartig. Unbedingt mal reinhören.

8.5 von 10

Dayni-„Glitters/Creating Aftershocks“ (SOLO004)
Dayni ist kein unbekannter für mich. Ich halte viel von seinem musikalischen Output. Er hat was für mein Label T3K Recordings gemacht und zudem verfolge ich seit Langem was er so treibt. Ich verstehe allerdings nicht ganz warum jemand wie er nicht auf grösseren Labels landet. „Glitters“ ist definitiv was für Hospital und Konsorten. Der Track kommt housig rein, aber dropped dann untenrum so megafett. Ich fass es nicht wie gut der geworden ist. „Creating Aftershocks“ ist ebenfalls ziemlich top. Das was da passiert ist bis auf zwei Kleinigkeiten (der Löwe ist unnötig und das Coppa Vocal hätte auch nicht sein müssen) der absolute Wahnsinn. Die Mische stimmt ebenfalls. Das Teil ist sowas von on Point. Killer-Release!!!

8 von 10

Maztek-„Warpath“ (0101_001LP)
Der Exil-Italiener Maztek kommt mit seinem Album auf eigenem Label 0101 um die Ecke und hat 16 Stücke im Koffer. Und der gute Mann kann mehr als nur Standard-Neuro-Floorburner. Er kann straight reinflexen („Cheeky Dub“), auch Snaredrilling („Back To The Jungle“) geht, er kann verwirrten und switchenden Swing („The Dirt“), er beherrscht die „intensive Trommelfellmassage“ nach Dr. Heftich („Trajectory“), er kann wilden Halftime („Pandamonium“) und sogar melodiöse Töne („Come Closer“) sind drin. Ein paar der Collabs sind unmenschlich fett („Electronic Warfare“ mit RedPill und „Trigger“ mit Nuklear MC). Ein paar gehen aber auch völlig an mir vorbei („Shake The Foundation“ mit Miss Trouble zum Beispiel). Abgesehen davon, dass der Titeltrack nicht bei mir landen kann (der ist mir zu dreckig und zerfasert) und „Timeless“ auch eher merkwürdig ist (greift mich einfach nicht), stört mich aber vor allem, dass das Soundbild des ganzen Albums nicht so homogen ist wie es meines Erachtens sein könnte. Naja, unterm Strich ist das Ganze stark genug und ich eh ein Hater lol.

7 von 10

Blocks & Escher-„Something Blue“ (METACD015)
Für die Nostalgiker, die Liebhaber des klassischen Metalheadz-Sounds, für die alten Säcke die vor Uhrzeiten das letzte Mal feiern waren und die Hängengebliebenen. Für all diese Leute gibt es Futter. Metalheadz schiebt das Album des Jahres raus. Zeitlos und auf alle Trends scheissend. Unfassbare Qualität und nahezu unmixbar. Tja, das ist dann wohl nix für die jungen, wilden Rewindbrüller, die im Festival-Moshpit ihren Metaamphetamin-Rausch ausleben. Danke Blocks und Escher. Ein Meilenstein.

8.5 von 10

L-Side-„Carnal Mind“ (PLV092DD)
V Recordings veräffentlicht dieser Tage das „Carnal Mind“ Album des Brasilianers L-Side. Sein Material hat ja eine ganz eigene Soundästhetik und die 15 Tracks sind durchaus gelungen. Der Release bietet nicht nur typische L-Side-Tunes, wie das verträumte „Astronaut“ oder die hypnotischen „Punisher“ und „Spellbound“, der Großteil sind Vocaltracks mit illustren Gästen am Mic. Darrison reisst es auf „Dont Look Back“ ab, Collette Warren veredelt „Glass House“, MC Fava drückt seinen Stempel auf „We Still Burn“ und „High Times“ mit MC Fats ist Neo-Jungle vom Allerfeinsten. Besonders feiere ich „Night Prowler“ mit Inja weil der ist Chef. Die anderen Tracks zeigen was noch so geht und wildern in anderen Styles wie Dancehall und Hip Hop (mal mehr, mal weniger). Insgesamt coole Sache das.

7 von 10

Tobax-„From Within EP“ (C4CDIGUK051)
„From Within“ heißt der neue heiße Scheiß aus dem Hause Tobax und kommt via Cause 4 Concern. Was soll ich sagen, der Titeltrack bummst dich ganz ordentlich weg. Da gibts nix. Vor allem diese funky Reeces sind neckisch :-D „The Alchemist“ ist im Prinzip dieselbe Baustelle. Etwas mehr Swing und Metall und ab geht die Post. Erbarmen hahahaha. „Volkolak“ ist mal was für die Geistesgestörten unter uns. Crazy Hook und tödliche Switches ist was hier am gehen ist. Megafett. Das ist genau das Richtige jetzt lol. Die Collabo mit Mean Teeth („Bring The Pain“) ist mir zunächst etwas zu suppig und verwaschen. Die Varios ab 1:50 find ich schon gelungen, da gehts dann schon ab. Aber das Hauptthema ist nich so meins und mich kicken auch die Mixdowns von den Solo-Tracks mehr. Seis drum. Insgesamt tolle Sache die EP. Weitermachen!

8 von 10

Melinki+Verva-„Only The Beginning EP“ (SER030)
Sowohl Melinki als auch Verva sagt mir nix. Und auch das Label Serotone ist eher unbekanntes Terrain. Das macht aber überhaupt rein gar nichts, weil diese EP ziemlich cool ist. Sehr cool um genau zu sein. „Dont Go Down“ kommt schnell zu Sache und regelt alles über einen melodiös angehauchten Reece plus Rave-Lead (geht schon mal). Geil is der Bass-Stab der hier und da reintrümmert. Die Drums sind funky like that und das Arrangement stimmig. Der Mix ist mir etwas zu stereo, aber das passt schon. Bin da halt generell kein Freund davon. „Only The Beginning“ fängt verträumt an und schraubt sich dann hoch. Der Drop ist dann aber doch überraschend: dicker Reece trifft auf fette Konterbassline und geht mit akustisch anmutenden Drums (und einigen geilen Ghostsnare-Edits) eine Party feiern. Frisch! Das Intro von „You Know“ ist jetzt nicht die absolute Großat, aber durchaus zielführend. Die dann bestimmende Hook ist ordentlich. Leider ist auch hier der Mix etwas weird. Die Drums sind mir zu dominant. Die scheppern schon heftigst :-D
Der vierte Track ist von Geheimtip Philth und ist ordentlich gemacht, aber zeigt leider auch etwas die Schwächen der anderen Tunes auf. Auch wenn mir der Remix an sich nicht unbedingt das Geilste ist was der gute Mann bis dato gemacht hat, so ist er auf jeden Fall sehr ordentlich gearbeitet. Insgesamt eine interessante Veröffentlichung mit Potenzial nach oben.

7 von 10

Jaybee+Dave Owen-„Sacrifice“ (MAC2DIGI019)
Jaybee gehärt zu den fleissigen Produzenten. Der haut ne Menge Material raus. So richtig durchgestartet scheint er mir noch nich zu sein, aber vielleicht liegt das weniger an der Qualität seines Outputs als an dem eingeschränkten Sichtfeld der Leute? Randalls Label Mac2 jedenfalls bringt regelmässig saftige Floorburner vom Herrn Jaybee raus und von daher liegt es nahe sich die Nummer 19 mal genauer anzuschauen. Der Titeltrack ist Ende Neunziger und ein hartasozialer Kick in die Eier. Das Intro baut sich bedrohlich auf und mündet in einen völlig durchnen Reecelick. Der perfekte Song um in sich zu gehen und über das Leben nachzudenken. Nicht. Das Ding rollt wie ein Stein den Berg runter. „Fuck Off“ kommt weniger militant daher. Die Intro-Padstabs sind etwas verwirrt. Aber dann merkt man doch recht schnell, dass hier ebenfalls wenig Gefangenen gemacht werden sollen. Etwas grooviger durch das Bass-Arrangement, aber genauso rollende Drums und eine mächtige (einen Tick zu mächtig?) Snare bestimmen das Soundbild. Cooler Track. Das Highlight aber zum Schluss: „Grimey Shit“ ist einer dieser Nebelhorn-Reece-Zerstärer a la Benny L. Er wirkt aber keinesfalls abgekupfert. Durch den supertop gemachten Sub ist das Ding eigenständig unterwegs und flext was das Zeug hält. Die Anreicherung mit Hip Hop-Reminiszenzen (Onyx!) rundet das Ganze gekonnt ab. Highly recommended!

8.5 von 10

Malux-„Neutron EP“ (GHR014)
Malux mal wieder. Der macht ja eigentlich nix falsch. Auf den ersten Blick klingt alles gleich lol. Schaut man aber genauer hin, dann merkt man: dem ist nicht so. Mitnichten. Die Tracks sind nicht für die Ewigkeit. Das is klar. Aber es sind kurze und zeitgemässe Instrumente um Dancefloors gekonnt zu zerlegen. Alle vier Tracks sind eingängig und kommen simpel rüber. Aber bau halt ma so ne Bassline und misch deine Tunes so ab :-D Von daher geht das hier mehr als klar. Das ist alles saftig und macht Laune. Brudi.

8 von 10

Dutta+Eazy+Bou+Haribo-„Nandos Slags“ (DUBZ033)
Der aktuelle Release auf Dubz Audio kommt von Dutta, Eazy und Bau. Und hier wird ein simpler Riddim an der Grenze zur Schwachsinnigkeit präsentiert. Aber diese Grenze wird meines Erachtens eben nicht überschritten. Und ja, der Tune is leicht infantil. Manchmal genau das richtige. Irgendwie retro, irgendwie lässig. Hat was. Wahrscheinlich aber eher was für die Ravekids :-D

PS: Ich sehe gerade der Track ist 9 Monate alt lol. Oh dear :-D

7 von 10

Reviews by Kaiza

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