DJ Basic Interview

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DJ Basic gehört zum Inventar des Drum & Bass-Geschehens in und um Köln. Und das auch nicht erst seit gestern: seit 25 Jahren steht er hinter den Decks! Momentan konzentriert er sich auf seine neues Projekt Degree Recordings, damit verbundene Veranstaltungen und seine eigenen Produktionen. Hier könnt ihr mehr über den Rheinländer erfahren.
 
 
Hallo Carsten. Schön, dass du Zeit hast mit uns zu sprechen. Erzähl uns doch bitte zuerst mal etwas über Deinen individuellen musikalischen Werdegang. 
Ich war eigentlich schon immer recht musikalisch und so ca. 1992 haben mich zwei Freunde mit Techno angefixt. Ich bin dann in Bonn zu den legendären Psycho Thrill Partys ins „Ballhaus“ gegangen und Anfang 95 kam ich durch X-Plorer und seinem Bruder Selecta mit Jungle in Berührung. 
 
Wie kamst du zum Auflegen? 
Im Sommer 94 musste ich in den Ferien für eine Nachprüfung büffeln und hatte private Nachhilfe. Dort stand ein Dual Plattenspieler mit Pitch und Direktantrieb und ich fragte, ob ich den abkaufen könne. Meine Nachhilfelehrerin meinte, wenn ich die Prüfung schaffe bekomme ich ihn geschenkt. Dann hab ich mir ein echt billiges Mischpult in nem Elektrofachgeschäft gekauft, The Prodigy Voodoo People von Tape Deck laufen lassen und mit meinem Dual Plattenspieler versucht zu Beatmatchen.
Veranstaltest du auch? 
Ja jetzt schon, wir haben Ende letzten Jahres „Deegree Recordings“ gegründet und veranstalten am 28.02.2020 im Yuka in Köln unsere erste Party mit Pola & Bryson, Whiney und MC Fava. Weiterhin stelle ich noch eine monatliche Radiosendung bei 67FM auf die Beine (jeden 3. Samstag 18-20 Uhr), die jetzt auch Deegree D&B Radio heisst. Ausserdem bin ich Resident bei Pathfinder, die ja eher für härteren Sound stehen und die es schon seit 1998 gibt.
 
Woher hast Du deine Production-Skills? 
Welche Produktion Skills? Ich bin froh, dass ich irgend etwas zu Stande bringe! Gaaaanz viele YoutubeTutorials, endlose Stunden vor dem Rechner, gute Freunde die mir viel gezeigt haben und ehrliches Feedback geben. Ach ja und ganz viel Leidenschaft (wobei Leidenschaft von Leiden kommt). Tipp: Checkt mal die Tutorials von NuSonix, sehr talentierter Nachwuchs aus Köln, mit dem ich einige Tunes in der Pipeline habe…
Produzierst Du in einem Studio oder steht dein Setup zuhause? 
Ich produziere zu Hause und hatte die letzten Jahre leider nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten und eine miserable Akustik, Dinge die ich jetzt verbessert habe. Ich hatte eigentlich nur einen leistungsstarken Rechner, gute Studio Monitore und ein paar hochwertige Plug Ins. Jetzt hab ich einiges an Akustikschaumstoff angebracht, eine neue Soundkarte und meinen ersten analogen Synth. Ich habe 2015 mit dem Produzieren bei Null angefangen und musste erst mal lernen mit ner DAW umzugehen. Langsam finde ich mich zurecht, mit dem was ich habe und die Tunes werden besser. Mal schauen, was die Zukunft mit neuem Equipment so bringt.
 
Du arbeitest momentan mit dem Kölner „NuSonix“ an neuen Projekten. Stehen diesbezüglich bei Euch neue Releases in der Warteschleife? 
Wir haben ein paar sehr coole Collabos gemacht und arbeiten an einer EP.
 
Wie sieht eine Zusammenarbeit zwischen Dir und „NuSonix“ aus? 
Ich mache ein grobes Gerüst von einem Tune exportiere Audiospuren und er macht das Ding dann fertig. Wir arbeiten mit verschiedener Software somit wäre es sehr aufwendig die Audios ständig hin und her zu schicken. Das klappt so sehr gut, Darius kann mit meinen „Vorlagen“ sehr gut arbeiten und macht daraus echt sehr nice Tunes, die ich so nicht alleine zu Stande bringe, davon profitieren wir beide sehr.

Hast Du musikalische Vorbilder? 
Es gibt viele großartige Musiker, aber Vorbilder eigentlich nicht. Eher Leute an deren Sound man sich orientiert, ich halte nicht viel von Personenkult.
 
Bitte nenn uns die drei Tracks, die Du in den letzten zehn Jahren am häufigsten gespielt hast.
Klar: Adam F – Circles, Commix – Be True und Calibre & High Contrast – Mr Majestic
 
Was ist für dich aktuell der „heisse Scheiss“? 
Bei China Town Express die Nummer 76 ist auf Dauerrotation hehehe.
Das LSB & DRS Album (The Blue Hour), das Things We Can’t SeeAlbum  von Satl oder Anfang letzten Jahres von Lenzmann die Bobby LP. Ganz großartige und zeitlose Musik. Und z.B. Workforce (der eine Teil von SpectraSoul), sollte jeder auf dem Schirm haben.
 
Was hältst Du davon Dubstep, Drum and Bass und gar Techno in einem DJ-Set unterzubringen?
Da bin ich sehr zwiegespalten, da ich persönlich finde, dass es einfach nicht zueinander passt. Da sind mir zu große Geschwindigkeitsunterschiede, die Vibes sind mir meist auch zu unterschiedlich. Ich mag diese Musikrichtungen aber an sich schon ;
 
Es steht auch eine neue Party-Reihe von Dir in den Startlöchern. Erzähl uns mehr darüber. 
Ja genau! Zu unserer Crew gehören Philo, Marvel Cinema, Matt View, Mendax und ich. Wir werden versuchen den eher melodischen Sound in Köln mehr zu pushen, wobei wir gerne auch alle mal ordentlich Vollgas geben. In 2020 haben wir, bis jetzt, vier Veranstaltungen geplant. Die erste im Yuka am 28.02.20 mit Pola & Bryson, Winey und MC Fava wird direkt ein großes Ding sein! Dann werden ein paar kleine, intimere im Subway Club in Köln folgen und evtl. noch ein paar Festivals im Sommer.
 
Was hat Dich in diesem Jahr am meisten bewegt? 
Das Jahreshighlight war mal wieder Sun and Bass (leider nur als Besucher), da krieg ich echt Tränen in den Augen. Sonst natürlich auch das kleine aber feine Breakzone Festival, organisiert von Pathfinder in Odonien, wo du ja auch warst.
Erzähl uns bitte etwas über die Drum & Bass-Szene in Köln. 
Köln ist sehr vielfältig und es gibt diverse Veranstaltungen, wo für fast jeden etwas dabei sein dürfte. Generell lässt sich sagen, dass das Niveau der Artists und Veranstaltungen mittlerweile sehr hoch ist. Das ist sehr zu begrüßen und lässt die „Szene“ wachsen, dabei ist es aber natürlich auch wichtig sich gegenseitig zu respektieren und abzusprechen.
 
Wie siehst du die Drum & Bass Szene im Allgemeinen (oder in Köln) momentan? 
Wir sind wieder auf so einem Höhepunkt habe ich das Gefühlt, Drum & Bass ist aus der Clublandschaft nicht mehr wegzudenken, hat sich aber einen gewissen Underground Charakter bewahrt. Ich halte nichts von pauschalen Beurteilungen, wie die „Szene“ ist so und so. Die „Szene“ ist so vielfältig, wie die Leute, die sich in Ihr bewegen. Macht alle einfach das Beste daraus, respektiert und supportet einander, macht was ihr liebt und pusht die Musik, die ihr fühlt!
Deine Wünsche für die Zukunft? 
Noch ein paar Jahre so weiter machen zu können. Ich habe, seit ich angefangen habe zu produzieren so eine Art zweiten Frühling und nochmal einen anderen Blick auf die Musik bekommen. Natürlich wünsche ich mir auch, dass meine Sachen besser werden und es Leute gibt, denen es gefällt was ich mache.

 
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