Minos Interview

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In der Drum & Bass-Szene im Rhein-Neckar-Dreieck herrschte nie ein Mangel an Promotern, DJs und solchen, die beides werden wollten. Aber gute Produzenten gab es nie im Überfluss. Das ganze Gefüge ändert sich etwas in der letzten Zeit und in der Folge es gibt nun auch mehr Leute die feine Releases veröffentlichen. Ein Name taucht in der letzten Zeit regelmässig auf: Minos. Mit seinem klassischen Liquid ist er allerdings nicht gerade ein Newcomer. Aber der Reihe nach. Wer ist das? Was macht er und wie und warum? Und was hat das alles mit Jump Up zu tun?

Hey Steffen. Dich kennt man mittlerweile unter dem Namen Minos. Erzähl uns doch mal ein wenig über Dich und Deine Person. Wie alt bist du? Was machst du beruflich? Wo kommst du her?

Guten! Ich bin 33 Jahre und komme aus Heidelberg. Hauptberuflich bin ich im Öffentlichen Dienst als Mitarbeiter im Bauhof bei uns in der Gemeinde tätig.

Sitzt du jede freie Minute im Studio oder wie verbringst du deine Zeit?

Ich versuche natürlich so viel Zeit wie möglich im Studio oder an der Musik zu verbringen. So wie es die Situation halt gerade zu lässt. Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit meinen Hunden, meiner Familie und natürlich meiner Freundin.

Bevor wir ausgiebig über deine Releases sprechen muss ich dich natürlich über dein Leben vor Minos befragen. Willst du kurz selbst erzählen warum du dem wilden Jump Up Leben entsagt hast? Liegts am Alter?

Am Alter selbst liegt es wohl eher weniger. Ich habe einfach nach einer neuen Herausforderung gesucht und habe neben dem wilden Jump Up auch schon immer eine Zuneigung für Liquiden Drum & Bass gehabt. Die endgültige Entscheidung kam dann aber mit der Entwicklung vom Jump Up welcher sich meiner Meinung nach stark in die Roller / Foghorn Ecke orientiert hat. Also der Jump Up den ich damals ausgeübt habe ist ja auf dem Markt schon eher Rar geworden. Vor allem nach solch exzessiven Jump Up Nächten die ich so in Belgien mitgemacht habe ist da auch nach all den Jahren die Luft entwichen und somit auch der Reiz weg da noch weiterzumachen.

Wie kamst du zum Drum & Bass? Und wann?

Puh. Als ich in jungen Jahren auf die ersten Partys (Kings of the Jungle / Emotion / Desire etc.) gegangen bin und ich mit Plattenspielern allgemein schon Erfahrungen gesammelt hatte wurde mir sehr schnell klar, dass ich diese Art von Musik auch spielen möchte. Ich habe dann zuerst nur für mich zuhause aufgelegt und meine Plattensammlung vergrößert, bis ich dann eines Tages auch auf Partys wie der Feelings oder Royal Rumble, Fuß fassen konnte. Als dann die Hochzeiten von Jump Up kam wurde der Reiz auch immer größer, selbst Beats zu produzieren welche ich dann auch auf den Partys, auf denen ich spielte, testen konnte. Die ersten Interessenten kamen dann auch kurzerhand um mich auch auf ihren Labels zu signen. Somit war dann Dub Berzerka geboren, was sich jetzt schließlich zu meinem jetzigen Projekt Minos entwickelt hat.

Wie empfindest du die Drum & Bass Szene im Rhein-Neckar-Delta? Harte Competition oder friendly Networking? Hat sich da in den letzten Jahren etwas verändert?

Also die letzten Jahre hab ich von der Szene im Rhein-Neckar-Delta nicht allzuviel mitbekommen. Natürlich dauert es anfangs immer bis man Fuß fassen kann und man wird auch nicht gleich überall so anerkannt wie man sich das vielleicht erhofft. Aber als Competition würde ich das ganze dennoch nicht bezeichnen. Ich kann nur sagen, mit den Leuten mit welchen ich zu tun habe, ist es definitiv ein friendly Networking.

Vor kurzem ist Dein letzter Release (die Starz EP) auf Fokuz erschienen. Bist du dort exklusiv gesigned oder gibt es eine besondere Verbindung zu dem Label?

Exklusiv bin ich bei Fokuz nicht, aber ich bin dem Label Boss Marco aka Dreazz sehr dankbar da er meine Transformation zu Minos total unterstützt und mit aufgebaut hat! Ich hatte damals auf Celsius schon ein Release noch unter meinem alten Namen und mit Minos bin ich dann auch gleich auf Fokuz hochgeklettert. Vor allem macht es saumäßig Spaß mit Fokus zu arbeiten. Die Jungs machen alle einen super Job und alles wirkt sehr professionell. Es wird definitiv noch einiges auf Fokus erscheinen…so watch out!

Was macht eine Minos-Produktion aus? Gibt es eine bestimmte Herangehensweise die du immer wieder an dir selbst beobachtest?

Schwere Frage! Seine eigenen Produktionen zu beschrieben ist ja immer so ne Sache. Ich habe mir aber sagen lassen das meine Tunes immer sehr Vibey sind und meine Signature doch auch an meinen Vocal Cuts zu erkennen ist.

Produzierst du Hardware oder Software only?

Bis jetzt nur Software only. Es liegt aber in Planung, Hardware anzuschaffen.

Schon mal überlegt das Fulltime zu machen?

Ja, schon öfter. Aber ich brauche mein festes Standbein im Leben und bis jetzt bekomme ich alles unter einen Hut. Es wird sich also zum jetzigen Zeitpunkt daran auch nicht viel ändern. Was die Zukunft bringt wird man dann sehen.

Welche Artists, Tracks oder Labels sind und waren für Dich wegweisend? Und warum?

Da gibt es etliche die ich aufzählen kann. Welche mich aber Up to Date am meisten inspiriert haben sind z.B.:

Dawn Wall – Rain God

Edlan & Djah – Melancholy City

AirK.& Cephei – Way Home

Artificial Intelligence – Perilous

Satl – Crave you

Welche Labels solche Tunes vertreten, brauch ich an der Stelle ja eigentlich nicht aufzählen. Neben Fokuz haben Integral und diverse andere Labels wie Shogun, 1985 und Soulvent mein Herz erobert. Ich mag einfach den deepen, sublastigen Sound abgerundet mit einer mystischen Melodie und schönen Vocals.

Möchtest du noch was loswerden? Hau was raus.

An alle die Musik da draussen machen, macht einfach euer Ding.
Irgendwann kommt jeder an sein Ziel!


Danke für das Interview und alles Gute!

 

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