Reviews April 2021

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Minos – “Tribe LP” 

Minos aus dem Rhein-Neckar-Delta ist ja mittlerweile verlässlicher Lieferant von funktionalen Liquid-Nummern und gehört fast ein bisschen zum Inventar von Fokuz Recordings. Nach (ich glaube) vier ordentlichen EPs ist es für ihn jetzt wohl an der Zeit einen Longplayer zu droppen. Die ganze Sache ist sehr solide gemacht und der Vibe stimmt. Gerade “2Night” und “Motions” mit Sub:liminal machen Spass. Das zentrale Ding ist meiner Meinung aber tatsächlich der Titeltrack. Der setzt sich deutlich ab, macht mächtig dicke Backen und dürfte in diversen Kontexten funktionieren. Untern Strich eine durchaus gelungene VÖ, wobei der eine oder andere Akzent bzw. eine nicht ganz so stringente Tracklist dem Album gut getan hätten. Ansonsten: dope. (Kaiza)

Release: 12.04.2021
Label: Fokuz Recordings
Katalognummer: FOKUZ105

Wertung: 8/10

V.A. – “Spectrum Vol. 2″

Das australische Label Plasma Audio bringt eine EP mit fünf Tracks als zweite Ausgabe der Spectrum-Reihe. Mit Angus Greens “Slumber” geht es sehr musikalisch los: ein enstpannt gezupfter Bass, easy Melodien und kitschige RnB-Vocals. “Nevermind” vom Neuseeländer Azifm ist mit dem dicken wabernden Bass schon eine ganze Ecke kraftvoller aber ebenso von hochgepitchter Stimme geziert. “Daydream” von Safire macht seinem Titel mit verträumter Soul- und Piano-Atmosphäre alle Ehre und “Merebank” von Objektiv & Sonar schlägt wieder die deep elektronische Richtung ein. Zu guter letzt wird es mit “Thugger” von Hound nochmal etwas dark und grob.
Jeder dieser Tunes genügt hohen Qualitätsansprüchen und hat eine eigene Ästhetik. Zusammen ein vielfältiges Paket, was ein großes Spektrum Drum&Bass anbdeckt, der für den ozeanischen Raum auch nicht besonders typisch ist. Plasma präsentiert sozusagen gekonnt sein eigenes Spektrum in fünf Abschnitten. (Pasch)

Release: 09.04.2021
Label: Plasma Audio
Katalognummer: PLASMA034

Wertung: 8/10

Jaybee – “Sci Non Fi / Like We Always Do About This Time”

Aus den Staaten wobbeln neue Beats von JayBee über den Teich und gefallen durch seinen eher klassischen Jumpup-Style mit viel Bass und klappernden Drums. “Sci Non Fi” ist lässig aber druckvoll und dreckig genug um Füße zu tanzen zu zwingen. Der hohl anmutende Bass und das dezente Vocal-Sample sind sehr eingängig und laden zum mutigen Mixing ein. Die Flip trägt den weniger eingängigen Titel “Like We Always Do About This Time” und ist ähnlich gestrickt. Ein Rap-Vocal, dicker Subbass und deutliche Drums werden von Dirty-Sounds zu einer runden Sache. Beide Tunes klingen ausgesprochen cool und stehen sich eigentlich in nichts nach. Stabiles Release von Boomslang und JayBee. (Pasch)

Release: 23.04.2021
Label: Boomslang Recordings
Katalognummer: BSR007

Wertung: 8/10

Taxman – “Utopia”

So manch eine*r wird bei dem Namen Taxman vielleicht reflexartig weiterscrollen. Andere werden sich fragen welchen Sound er hier anschlägt, auch wenn das Label Playaz ja, wie ach der Brite selbst, für wenig dezente Releases bekannt ist. “Utopia” ist ein mächtiger Tune mit Jungle- wie auch Dschungel-Sounds, viel Percussion, weiten Flächensounds, einem fantastischen Female-Vocal voller Reverb und drückendem Bass. Der Tune entwickelt einen sehr eindrucksvollen Vibe und klangliche Weite, was schon irgendwie eine überraschend ist. Auch wenn “Utopia” auf dem Dancefloor sicherlich funktionieren würde, hat Taxman hier doch scheinbar ein anderes Anliegen – und zwar ein klang-gewaltiges Stück Dschungel-Musik in zeitgemäßem Gewand. Ist gelungen. (Pasch)

Release: 16.04.2021
Label: Playaz Recordings
Katalognummer: PLAYAZ131D

Wertung: 9/10

Brockie & Ed Solo – “Echo Box Serum / ANFM Remixes”

Brockie und der Dauerbrenner Ed Solo lassen den Klassiker “Echo Box” (2002) neu auflegen und beauftragen dafür das RAM-Talent ANFM und dem höchst gefragten Producer Serum. Das Ergebnis sind eine sehr gekonnt aktualisierte Version mit drückender Bassline aber einiger stilistischen Nähe zum Original von ANFM und eine Neuinterpretation mit Baile-Cuts und brachialem Knarzbass und dem Original-Sample im Dauer-Echo. Die Mixes sind sehr unterschiedlich ausgefallen aber qualitativ in beiden Fällen top-notch. Wer die alten Powersounds von Ram mochte, wird ANFMs Arbeit lieben, wer den aktuellen Sound rund um den ironischen Rollers-Hype nicht abgeneigt ist, wird von Serum perfekt bedient. Das Original war damals schon
ein Brett und wird hier erfreulicherweise nochmal auf den neuesten Stand gebracht. (Pasch)

Release: 23.04.2021
Label: Undiluted
Katalognummer: UND026

Wertung: 9/10

 

Es.tereo – “Drifter Dub / Perception / Perception (Forest Drive West Remix)”

Max aka Theme aka Es.tereo ist wieder am Start und veröffentlicht auf dem Prager Label YUKU zwei futuristische Basstunes. “Drifter Dub” ist ein unnachgiebiger Tune mit abgedrehter Percussion und packenden Hintergrundgeräuschen, der einer klanglichen Verschmelzung der uns umgebenden Elemente gleichen und uns in den Bann ziehen soll. Die weiträumigen Flächensounds, perkussiver Einsatz von Drums und ein mystisch hallendes Vocal machen “Perception” ähnlich packend wie “Drifter Dub” und verdeutlichen den Kern von Es.tereos Sound, der über die Jahre zwar immer wieder ausgefeilter und zielsicherer wurde, doch stets mit seiner schwer verkennbaren Handschrift arbeitet. Und dann gibt es da noch den Remix, der mit schnellen Techstep-Drums eine passende Future-Jungle-Dub-Variante von “Perception” draufsetzt. (Pasch)

Release: 04.05.2021
Label: YUKU
Katalognummer: YUKU014

Wertung: 8/10

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