Various Artists – “DnB Essentials Vol.1”
Ist schon echt cool, wenn die Soundcloud-Info zu einem Label nix hergibt (obwohl es dessen offizielle Seite ist) und man dann durch die KI doch einige brauchbare Informationen bekommt. Ich zitiere: „Dirtbox Recordings ist ein in Birmingham ansässiges Plattenlabel, das sich auf Drum & Bass Musik spezialisiert hat. Es wurde 2018 gegründet und wird von Lee UHF geleitet, einem ehemaligen Mitglied der Live-DnB-Band: Dirtbox.“ Schau an. Abgesehen von nun abgestecktem Rahmen drängt sich die Frage auf: sind die enthaltenen Tracks so dreckig, wie es der Name des Imprints impliziert? Ich sage mal, teilweise ja – und teilweise sind die Tunes techiger bzw. neurolastiger, als man es vom Label bislang gewöhnt war. Tatsächlich bin ich mir auch unsicher, welche Songs schon früher herauskamen und was jetzt exklusiv auf dem Sampler ist. Ich zähle knapp ein Dutzend, die neu dabei sind. Darunter einige Neurobomben, wovon insbesondere “FractalOne – Infinite” durch seinen Stampfbeat, die metallischen Synths sowie den Timewarp-esken Approach im zweiten Drop zu beglückten weiß. „Angel Slayer“ von Gangladesh (was für ein Producername?!) setzt mittels B-Line ebenfalls die Daumenschrauben an und verzerrt bei mir so manchen Gesichtsmuskel. Ja und damit haben wir mein Favoriten-Duo bereits gekürt, was nicht heißt, dass der Rest komplett abfällt. Das ist durchaus amtlich-techiges Material. Tendenziell wie gesagt sogar neurolastiger als ich vom Label meiner Erfahrung nach erwartet hätte. Abgesehen davon lohnt sich auch die Recherche in deren Backup-Stuff. Ich bin sicher, ihr habt da schon viel verpasst bzw. noch nicht so recht für voll genommen. Also, während Pandora’s Box bei deren Öffnung Unheil verbreitet, öffnet doch lieber die Dirtbox – die verbreitet lediglich dirty DnB (und zu meiner Verzückung) völlig abseits vom Mainstream (Mtrc).
Release: 30.01.2026
Label: Dirtbox Recordings
Katalognummer: DRTBXC011
Wertung: 8/10
Various Artists – “Geometry”
Und auch hier zitiere ich gern die Labelinfo (diesmal direkt von SC): “Our sound as a label focues on a hybrid inspired by dark and clever minimal, aggressive rollers and light, techy neuro. We call it Skatimal, our friends call it Vibes!” Zwei wunderbare Umstände: die Ehrlichkeit und der Neologismus. Daran müssen sie sich wiederum messen lassen. Deshalb direkt rein in meine Favoriten, derer sind es auch wieder zwei. Und ausgerechnet abermals jene mit den skurrilsten Basslines. Muss an mir liegen. Zum einen ist das Soltra mit „Purgatory“: das ist wirklich schräg und hört sich an, wie der wilde Bär mitten im Wohnzimmer. Weitere Tracks von ihm gibt es bislang übrigens lediglich auf selbigem Label. Nummer zwei im Favoritenkreis wird bekleidet von Subcortex, ebenfalls ein neuer Name, auf den man achten sollte. Die Bassline ist auch hier bei „Akaza“ das Ausschlaggebende, erinnert mit ihrem Wob Wob und dem Shuffle natürlich an Simula und wird trotzdem von einer Melo abgelöst, während die Drums wesentlich minimaler sind als bei Soltra. Von beiden abgesehen gibt es ein gerüttelt Maß an Talent auf der Compilation, von denen einige schon allseits bekannt sein dürften, wie z.B. Hexa, Telm & Wilson oder CrucifyMe. Das hat Substanz und folgt somit wiederum der hauseigenen Geometrie des Labels. Auf in die nächste Phase! (Mtrc)
Release: 09.01.2026
Label: Phase Records DnB
Katalognummer: PRDNB0037
Wertung: 8/10
![Reviews [März 2026]](https://www.baesse.de/wp-content/uploads/2021/01/reviews-03-mar_green-768x439.jpg)
