Release Reviews (September 2018)

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Die Sommerpause ist zu Ende und wir haben wieder jede Menge frische Tunes am Start bzw. zum reinlauschen. Unsere aktuellen Release reviews. Fresh geschrieben von unserem Redakteur Kaiza. Wie immer absolut LESENS- und HÖRENSWERT!

Wer Interesse hat, sich Redaktionell an dieser Rubrik zu beteiligen einfach eine E-mail an mail(at)baesse.de oder eine PN über unsere Facebook Seite schicken.

Vowel-„Emerge EP“ (BT072DD)
Vowel macht sich einen Namen. Die Emerge EP zeigt was da bei ihm an Sounddesign geht. Der Titeltrack zimmert auch gleich mal voll ins Gesicht. Superhookiger Stakkatoflex. I like. „Fletcher“ dann auch nochmal so ganz kurz ein Leberhaken für maximale Körperkrümmung. Heftös und Unbeanstandbar :-D „Pulse“ und „Tristate“ runden ab. Tolle Tracks mit nicht ganz soviel Energie aber klasse Ideen. Super EP. Volle Unterstützung.

8 von 10

The Upbeats-„Gamma Ray EP“ (CRIT114)
Why are you like this? Eine berechtigte Frage. Diese können wir hier und jetzt leider nicht weiter bearbeiten. Was wir aber tun können ist den Meistern aus Neu-Seeland zu huldigen. Neues Material auf Critical ist raus und JEDER wird es spielen. „Necking“ mit den üblichen Funkydrums und fantastischen Bass-Hooks. Top abgestimmt und wunderbar in Szene gesetzt. Die Cowbell regiert btw. „Trauma“ verwendet dieselben Zutaten, noch einen tick feiner, noch ein wenig geiler, und mit einem Killer von Synthstab obendrauf. „Good Night“! Der Titeltrack „Gamma Ray“ mit Rockwell ist viel Upbeats und nicht ganz so viel Rockwell und das gefällt mir :-D Metallsnare, Metallbässe und viel Metall in der Krone. Das ist definitiv königlich. Brilliante EP.

8.75 von 10

Khords+R381-„Neptune Arcs EP“ (IA012EP)
Khords und R381 aus Bordeaux ziehen hier gnadenlos ihre Autonomic-Sache durch. Das Ergebnis ist komplex, musikalisch und zeitlos. Eigentlich unglaublich. Dass es sowas heutzutage doch hier und da noch gibt. Die fünf Tracks sind jeweils einzigartig und agieren auf höchstem Niveau in der Grauzone zwischen DNB und Techno. Und das auf eine so spezielle und gelungene Art. Vergiss die Clubs und Festivals. Setz dir dein Kopfhörer auf, schalte dein Kopf aus und verliere dich in multidimensionalen Universen. Grandios gemacht und fernab jeglicher Konvention, Schablone oder Regel. Danke Inception Audio für diesen Release.

8.5 von 10

RedPill-„Fission EP“ (BLCKTNL062)
Die Fission EP von RedPill auf Blackout ist raus und in meinen Augen Referenzmaterial für das Neurogeschäft von heute. Der Mann ist on top of his game und ob man die Tracks jetzt mag oder nicht ist eine Sache, aber an den Mixdowns kommt man nicht vorbei. Unfassbar satt und dabei so feingliedrig. Mega. Und auch wenn ich bis dato nicht der allergrösste RedPill Fan war (einige Knaller waren aber deffo schon dabei), so möchte ich doch betonen wieviel Respekt ich vor seinen Skills habe. Und dann jetzt mal kurz sechs Stücke die einfach unfickbar daher kommen auf einem DER Labels überhaupt? Ja, bitte. Danke. Fett.

9 von 10

Kelayx-„Cape Town/Digits“ (INDEEP024)
Kelayx, kann nicht nur Label (er ist der Cheffe von Citate Forms), sondern seine eigene Mucke ist auch durchaus hörenswert. Seine Single kam jüngst auf IN:DEEP aus Österreich raus und begeistert mich weitgehend. Der „Cape Town“ Mainpart ist tatsächlich supertop: britischer Flow mit klassischen Elementen und sehr wirkungsvollem Druck. Leider ist das Intro etwas nebendran und fängt mich nicht ein. Da wär noch was gegangen. Egal. Bei „Digits“ stimmt das alles. Funktionales Intro mit einem Touch Verrücktheit mündet in einen wirklich guten Mainpart der mich voll und ganz mitnimmt. Die Bassline macht einen mehr als guten Job. Die Drums sind herrlich on point. Das alles ist irgendwie erfrischend :-D Gelungen Sache!

7 von 10

Benny L-„Summoned EP“ (META065)
Ich mag puristische Tracks. Und Benny L ist der Meister des Purismus. Was der auf der neuen Metalheadz abfeiert ist auch einfach nur Heavy Metal. „Dogs Bark“ droppt nicht nur furztrocken, sondern besticht auch durch diese völlig absurden Synthathmos. Die Drums steppen stoisch in den Wald und dort gibts dann ein Massaker. Was ein Tüp. „Rough Edge“ verwendet fast die gleiche Synthbasis und auch die Drums sind äusserst nah dran. Die Bassline ist etwas modulierter, aber nicht weniger effektiv. „Skysteppa“ ist komplett gnadenlos. Das Teil baut ohne gross rumzueiern auf und walzt dann einfach über alles drüber. Hier gibts überhaupt nullinger nicht gar kein Entkommen. „Trick Or Treat“ ist blanker Horror. Dieser Basspatch ist so rusty. Nightmare on Elm Street. Freddy ist zurück und hat Benny L auf seinem iPod. Tja, und dann „Summoned“. Der vereint alles und zeigt was im Hause L so angesagt ist. Zügiger Aufbau ohne ein Gramm Ballast. Und dann einfach die Klappe zu und die Bassline auf maximalen Anschlag und fertig ist der nächste Hit.
Das ist im Grunde auch meine einzige Kritik: durch das Recycling und sehr ähnlichen Aufbau bzw. gleiche Drum- und Bassstrukturen entsteht der Eindruck man habe hier in Serie gefertigt. Wenngleich die Serie natürlich beste Qualität hat.

8.5 von 10

Urbandawn-„Sleeping Awake EP“ (NHS332DD)
Normalerweise würde ich nix zu einem „normalen“ Hospital Release schreiben. Kriegt eh jeder mit und meistens ist das auch alles gut gemacht und bedarf keines grossen Gefasels. Bei der letzten EP von Urbandawn stellt sich mir das etwas anders dar. Und das liegt vor allem an „Roundabout“. Ein herrlicher Dancefloortrack der mit neurotypischen Elementen spielt und diese einfach etwas durch den Kakao zieht. Wirkt sehr frisch und inspirierend. Abgesehen davon sind die Mixdownqualitäten von Urbandawn kein Geheimnis. „White Canvas“ verbindet ebengenannte Qualitäten, geht aber noch etwas weiter weg vom Standard. Ganz eigene Sache die der Mann aus Brasilien da laufen hat. „Sleeping Awake“ und „Gloria“ sind dann eher wieder das Übliche. Aber das ist keinesfalls negativ gemeint.

7 von 10



https://www.beatport.com/release/sleeping-awake/2329080

Icicle+Skittles-„Everbyody Riot“ (OUTREC001)
One of Manchesters Finest trifft auf den Iceman und was kommt rum? Proper delivery auf allen Ebenen. Du kannst also getrost mal den Subwoofer vorheizen, es ist Zeit für ein wenig Druck. „Everybody Riot“ ist Nix was zu kategorisieren wäre. Irgendwo zwischen Grime und DNB angesiedelt und mit einem grossen Haufen Punk-Attitüde überrollen die beiden Herren mal ganz kurz den gängigen Mainstream. Vor allem die Vocals auf „My Hearts a Lemon“ sind verdammt stark und fucking ungewohnt für Skittles. Mega. Und bei „Remember Me“ gibts auch was für die DNB-Stiernacken. Der kloppt dich mal gut weich (leider ohne Vocals). Premium Stuff!

9 von 10



Various Artists-„Destinations EP“ (PILOTEP001)
Die erste Veröffentlichung auf Pilot ist eine Various Artists EP mit dem Namen „Destinations“ und ist durchweg stark produziert. Die Tracks sind im Prinzip Mainstage-Stuff und richten sich an das „grosse“ Publikum. „Mirror Signal“ von Feint zum Beispiel ist megaeingängig und maximal radiotauglich. Auch „Bruises“ von Fox Stevenson ist fantastisch gemacht. Der Gesang und die Gitarren sind Wahnsinn und er Refrain superb. Ownglow ist mit „Eyes Wide Open“ dabei und setzt ebenfalls auf starke Vocals, ist insgesamt aber etwas zurückhaltender als die anderen Tracks. Das macht aber auch Sinn :-) Tolle Nummer. T & Sugah machen gemeinsame Sache mit Bensley und C („Time“) und das Ergebnis ist eine sehr gelungene Mischung aus Vocaltrack und Bassline-Monster. Grandios zusammengefügt. Ja, und dann ist da noch Everybvodys Darling Vorso mit „Crisis“: ein seltener Fulltime-Flex mit Timbaland inklusive :-D Oh No! Ich feier den Track.
Ziemlich gutes Debut aus dem Hause Pilot also für alle die nix gegen pop(p)igen DNB haben. Und das ist hier durchaus positiv gemeint lol. Quality!

8.5 von 10

Robbyt-„Blasics/Tessellations“ (SMNL018)
Ein mir nicht wirklich bekanntes Label aus den Vereinigten Staaten haut eine Single von einem mir nicht wirklich bekannten Artist aus New York City raus. Was geht bitte? Beide Tracks sind unfassbar gut gemacht und haben mein Herz im Sturm erobert. „Balsics“ ist dummdreist klassisch gedacht und einfach irgendwie Balla Balla. Den dann aber im zweiten Drop halftime zu droppen und auf alles was war geraderaus zu scheissen ist geisteskrank hoch drölf. Echt mal lol. Ich feier das. „Tessellations“ hat die gleiche Soundästhetik und Attitüde, geht dabei aber noch direkter in den Kopf. Die Drums sind obersahne, die Bassline ist Zucker und das Drumrum stimmt. Alles etwas gerader und doch funky like that. Ich verneige mich in Ehrfurcht!

8 von 10

Tomoyoshi-„Hurry Up/Massive“ (EMR025)
Eternal Muzik also. Sagt mir nix auf Anhieb. Egal. Tomoyoshi hab schon etwas länger auf dem Zettel. Bringt schon cooles Zeug ab und an. „Hurry Up“ aber ist was Besonderes. Der Track verzichtet auf die „alles auf Anschlag“-Attitüde der meisten Jump Up-Produktionen und ist gerade deshalb eine Granate. Der Lead ist eingängig, aber noch nicht albern, die Drums sind treibend und dynamisch und eben nicht totgelimited und ausserdem sind n paar feine Details drin. Netter Track auf jeden Fall. „Massive“ baut ähnlich auf, das Intro macht Lust auf mehr. Und das was dann kommt ist nicht nur der helle Wahn, sondern auch einfach ma was ganz anderes :-D. Gängige Jump Up Elemente in neuem Glanz. Übrigens: dieser Tune eignet sich optimal um sich auf den nächsten Seelenklempner-Besuch einzustimmen.
Gelungener Release. Bitte mehr davon. Das klingt eben nicht alles nicht nach Fliessband, sondern nach ordentlichem Handwerk.

7.5 von 10

4625-„001 EP“ (4625-001)
Ich hab jetzt mal bewusst nicht geschaut wer sich hinter 4625 verbirgt. Aber ich bin schwer beeindruckt. Absoluter Referenzrelease und unfassbar gut gemacht. „Cassette A“ ist das geilste Intro das ich seit Langem gehört hab. Und es ist fast nix drin ausser einer beklemmenden Athmo aus wasweissich wievielen Synths und Aufnahmen von Soundboys eines jamaikanischen Dance. Wahnsinn. „The Barrens“ ist ein etwas eigenwilliges Halfstep-Konstrukt das immerwährend aufbaut und in Bewegung bleibt. Schwer zu beschreiben, sollte man unbedingt mal in Gänze anhören. Die Hypno-Bassline ist super gemacht. „Proles“ dann ist ein verwirrter Trip in die Gedankenwelt eines Psychopathen. Und dabei echt funky fresh und groovay. Hat einen tollen Analogfeel. „Non-Citizen“ macht dann kurzen Prozess. Der Imperator landet mit seinem privaten Sternenzerstörer auf deinem Gesicht. Ende.

9 von 10

Reviews by Kaiza

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