Interview gyrofield

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gyrofield steht für eine komplett neue Art das Drum & Bass-Genre zu denken und umzusetzen. Seit sie 2019 mit ihrem Track „Out Of My Mind“ und der Veröffentlichung ihrer ersten EP „Evaluate Me“ im selben Jahr auf die Bühne kam, hat sie die Aufmerksamkeit von DNB-Headz auf der ganzen Welt auf sich gezogen und gilt als ein aufstrebender Star am Drum & Bass-Produktions-Himmel. Die unkonventionelle Außenseiterin und neuestes Mitglied des renommierten Drum & Bass-Kollektivs Music Squad wird als „Prinzessin der New Wave“ bezeichnet. Sie ist mit ihren wahnsinnig frischen und begeisternden Tracks Wegbereiterin für das zukünftige Erscheinungsbild von Drum & Bass und kann in einem Atemzug mit IMANU, Buunshin und Vorso genannt werden. Sie hat bereits ihre Debüt-EP auf Overview Music veröffentlicht, die mit ihrem ganz eigenen Stil bereits Kult ist.


Baesse.de unterhielt sich mit dieser gefeierten Musikerin über ihre Kunst, wie sie ihren einzigartigen Bassgeschmack entwickelt hat und vieles mehr.

Hallo Kiana, vielen Dank, dass du dem Interview zugestimmt hast! Kannst du uns uns zunächst ein wenig Hintergrundwissen geben? Woher kommst du und wo wohnst du derzeit?

Ich stamme aus Hong Kong und wohne dort auch. Ab September geht es dann nach Bristol um dort an der Uni zu studieren.

Wie ist die Musik-Szene in Hong Kong?

Ich bin da nie wirklich richtig dabei gewesen. Aber es gibt eine Menge elektronische Undergroundproduzenten die sich sehr unterschiedlichen Subgenre verschrieben haben. Es gibt hier und da auch Techno/Drum & Bass/Industrial-Events in der Stadt.

Gehst du viel feiern oder bleibst du lieber zuhause und schraubst an neuen Beats?

Ich bleibe zuhause und verbringe viel Zeit im Studio.

Du beschreibst dich selbst als ein „dnb egirl“ – Was heisst das für dich?

Dass es mir egal ist.

Wie bist du zur Musikproduktion gekommen? Hast Du schon immer als gyrofield produziert?

Ich begann mit Online-MIDI-Sequenzern und Audio-Workstations wie Audiotool, bevor ich 2016 zu FL Studio wechselte. Nach ca. 2 Jahren fing ich an Musik unter dem Namen gyrofield zu veröffentlichen.

Du hast einen wirklich unverwechselbaren Stil und eine vielseitige Herangehensweise an Deine Produktionen, die die Zuhörer mit Ihrer Frische verblüfft! Welche musikalische Reise hast du unternommen, um heute beim gyrofield-Sound angelangt zu sein?

Ich habe eine Menge Stile durchprobiert in den letzten drei Jahren. Das frühe gyrofield-Material war wesentlich darker und “industrial”, dann hab ich mich auch mit Ambient, Techno und Synth-Musik beschäftigt (2018), hatte auch eine Synthpop/Songwriting-Phase im selben Jahrhabe mich dann ab 2019 auf Drum & Bass fokussiert. Das beeinflusst mein Schaffen natürlich nachwievor.

Gab es einen bestimmten Track oder Künstler, den du gehört hast und der dein Interesse an Drum & Bass geweckt hat?

Der erste Drum & Bass Track, der mich wirklich umgehauen hat, war Noisias „Could This Be“. Ich habe ihn gehört, als er herauskam und das Sound-Design und die Drums haben mich sehr beeindruckt. Ich war nicht besonders an Drum & Bass interessiert bis 2017, aber das hat sich geändert als ich das Zeug hörte, dass dann herauskam: Overlooks „Smoke Signals LP“ und Culprates “Dawn”. Diese Veröffentlichungen haben mich wirklich dazu gebracht Drum & Bass machen zu wollen.

Hast du das Gefühl, dass du einen „Wendepunkt“ in deiner musikalischen Entwicklung hattest, und wenn ja, wie sah der aus?

Ich denke, es war zwischen 2016 und 2017, als ich auf Soundcloud wirklich zukunftsorientierte elektronische Musik von Künstlern wie False Noise, Alon Mor, Alexander Panos usw. gefunden habe. Das hat meine Sicht auf das, was in diesem Medium möglich war, wirklich erweitert. Zur gleichen Zeit beschäftigte ich mich mit darkem Drum & Bass/Techno-Sachen von Labels wie Samurai, Horo und UVB-76, und das ließ mich auch all die verschiedenen Farben und Richtungen erkennen, die man in einen Tune reinbringen kann.

Wie gehst du an eine Produktion heran? Was ist dein Ansatz?

Ich mache alles mit Software, in meiner DAW. Im Prinzip sind alle meine Sounds “from scratch” selbst mit Synthesizern gemacht und ich behalte meine ganzen Sounds in einem eigenen Ordner um später darauf zurückgreifen zu können. Wenn ich einen Track schreibe, dann mache ich entweder neue Sounds oder Resample altes Zeug. Ich mag es an Details zu arbeiten und oft fühlt es sich an als ob ich Sounds bearbeiten würde und irgendwann klingt es wie Musik.

Kannst du uns etwas über dein Studio-Setup erzählen?

Ich mache alles in meinem Homestudio mit Creative-Montoren und AKG Kopfhörern, sonst nichts.

Du veröffentlichst dieses Jahr zwei EPs, oder? Die „Tech Flex EP“, die im Mai herauskam, und du hast eine weitere geplant, „Synopsis“, die auch dieses Jahr herauskommt? Kannst du uns etwas mehr darüber erzählen?

„Tech Flex“ war das Ergebnis einer produktiven Phase, nachdem ich meine erste Drum & Bass EP, (“Evaluate Me”), fertiggestellt hatte. Ich habe viel durch das Produzieren und auch durch eine Reihe von Leuten in der Szene gelernt (wie z.B. Mark aka ABIS und Felix von The Caracal Project). Also habe ich eine Reihe von Tracks gemacht und beschlossen, sie in einer EP zu bündeln. Was „Synopsis“ betrifft, habe ich die Tracks im März angefangen, als ich meine eigenen Grenzen in Bezug auf Sounddesign und Arrangement verschieben wollte. Es dauerte bis Juli, bis ich alles fertiggestellt hatte, und am Ende des Tages sind ich es vier Tracks, die energiegeladen, sehr dynamisch, mit vielen Synthesizern und fast schon etwas übertrieben sind. 

Deine vorherige Veröffentlichung war die Single „Ergo“ mit Skylark, die gerade im Juni dieses Jahres auf DIVIDID veröffentlicht wurde. Wie ist dieses Projekt entstanden? Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Thibault und ich haben kurz nach dem Erscheinen meiner ersten EP angefangen zu reden. Eine Weile später zeigte ich ihm einen alten Track, den ich im Sommer 2019 gemacht hatte. Er mochte ihn wirklich und dachte, er könnte etwas dazu beitragen. Ich habe ein bisschen mehr an dem Tune gearbeitet und ihm die Stems geschickt, und er hat die ganze Sache in ein paar Tagen zu Ende gebracht.

Und du hast einen neuen Track, der gerade am 3. August auf dem Pilot-Label von UKF veröffentlicht wurde? Ich kannst du es kaum erwarten auf den abzufahren. Kannst du uns mehr erzählen?

Es ist ein Liquid Song, also nicht unbedingt zum Abfahren gemacht und er heisst „Because You Are You“. Ein sehr persönliches Werk mit viel improvisierten Synth-Takes. Das macht den Track ziemlich ehrlich und “authentisch”, glaube ich.

Viele Stimmen in der Szene sehen in deinen Produktionen die Zukunft von Drum & Bass. Was denkst du darüber? Wo könnte Drum & Bass wohl in die Zukunft gehen?

Ich bin froh, dass sie das glauben, aber ich habe mich nie wirklich als „Drum & Bass-Artist“ betrachtet. Meine Musik ist zufällig Drum & Bass. Ich entscheide mich einfach dafür, Musik zu machen, die für mich interessant ist, und sie endet in diesem bestimmten Tempobereich. Das Einbringen einer Vielzahl von Einflüssen in das Genre wird mit der richtigen Ausführung zwangsläufig zu guten Ergebnissen führen, und ich hoffe, mehr davon zu sehen. Künstler wie Kimyan Law, IMANU und False Noise führen diese Welle derzeit an. Neue Stile von Drum & Bass tauchen auf und einige der aktuellen Stile werden, glaube ich, veralten.

Was kommt als nächstes? Wohin geht die Reise im Jahr 2021 und darüber hinaus?

Ich werde auf jeden Fall mehr Musik machen und auch veröffentlichen. maches davon wird kein Drum & Bass sein, aber ich hoffe die Leute mögen es trotzdem.

Reflektierende Frage: Was ist für dich im Leben am wichtigsten?

Meine Musik, glücklich sein mit dem was ich mache und die Leute die mir nahe stehen.

Vielen Dank für das Gespräch! Irgendwelche „letzten Worte“ für unsere Leser?

Meow.


SOCIALS:

https://www.facebook.com/gyrofield/
https://soundcloud.com/gyrofieldmusic
https://gyrofield.bandcamp.com/
https://twitter.com/gyrofield
https://open.spotify.com/artist/2yKb2sD6dystFr0tTmSu2X

 

Englische Version:

gyrofield represents a complete re-visioning of the Drum & Bass genre. Since bursting onto the scene in 2019 with her track „Out Of My Mind“ and the release of her first EP the same year, Evaluate Me, she“s drawn attention from DNB-headz across the globe and has been pegged as one of the rising stars of Drum & Bass production. Now the newest member of the acclaimed Drum & Bass collective Music Squad and dubbed “the princess of new wave Drum & Bass”, this unconventional outsider has been creating insanely fresh tracks which have had fans hooked. A true trailblazer for the future sounds of Drum & Bass joining the ranks of the likes of IMANU, Buunshin and Vorso, she has already released her debut EP on Overview Music this year (Tech Flex EP), drawing listeners with her punky, raw, textured, heavy, glitchy style and quickly establishing a cult following!

Baesse.de had a chat with this acclaimed musician about her art, how she’s developed her unique bass taste, and more.

Hi Kiana, thanks so much for agreeing to the interview! So give us a bit of background first – where are you from and where are you based at the moment?

I’m from Hong Kong and based in Hong Kong, though I will be living in Bristol for Uni starting September.

How’s the music scene in your hometown?

I never really got into the local scene but there are many underground electronic producers out there in many subgenres. Sometimes there are Techno/Drum & Bass/Industrial events somewhere.

Did you used to go out a lot, or prefer to stay in the studio cooking some beats?

I stayed inside all the time so I spent a lot of time doing music.

You describe yourself as a „dnb egirl“ – what does that mean to you?

It means I dont care 

How did you first start producing music? Have you always produced as gyrofield?

I started making music on online midi sequencers and audio workstations like Audiotool before moving to FL Studio in 2016. By the time I started releasing music as gyrofield I had been making music for about two years.

You have a really distinctive style and a really eclectic approach to your productions which has stunned listeners with your freshness! What kind of musical journey did you take to arrive at your gyrofield sound today?

I’ve gone through a lot of different styles in just the last 3 years. When I was making my earliest material for gyrofield my music was darker and more industrial, then I started making ambient, techno and synth music going into 2018, had a synthpop/songwriting phase as well that year and I ended up focusing on Drum & Bass in 2019. These periods still influence the music I write now.

Was there a particular track or artist you heard that first sparked your interest in Drum & Bass?

The first Drum & Bass track that really blew me away was Noisia’s “Could This Be”. I heard it when it first came out and the sound design and drum work impressed me a lot. I wasn’t particularly interested in Drum & Bass until 2017 though, when I heard the stuff that was coming out like Overlook’s „Smoke Signals LP“ and Culprate’s „Dawn“. Those releases really got me wanting to make that style of music.

Do you feel that you had a “turning point” in your musical development, and if yes, what was it?

I think it was during 2016-2017 when I found some really forward thinking electronic music on Soundcloud from artists like False Noise, Alon Mor, Alexander Panos etc. It really broadened my view as to what was possible in this medium. At the same time I was getting into some dark Drum & Bass/Techno type stuff from labels like Samurai, Horo and UVB-76 and that also made me realize all the different colors and directions you could take a tune.

What’s your approach to music production?

I do everything in software, mostly my DAW. I make most of my sounds from scratch using synthesizers and I keep a lot of my sound design in a folder for later use. When I’m writing a track I either make new sounds or resample the samples I have saved up. I really like working on details so it often feels like I’m sculpting with sound to create music.

Can you tell us a bit about your studio tech set up?

I’ve been producing all my music in my tiny bedroom on Creative Speakers and AKG headphones for mixing, nothing else.

You are releasing two EPs this year right? „Tech Flex EP“ which came out in May, and am I right you have another one planned, „Synopsis“, coming out this year as well right? Can you tell us a bit more about those?

„Tech Flex“ was the result of a productive period after I had finished my first Drum & Bass EP, Evaluate Me. I learnt a lot from producing and also from a bunch of people in the scene I had just met like Mark (ABIS) & Felix from The Caracal Project, so I made a bunch of tracks and decided to bundle them into an EP. As for „Synopsis“, I started the tracks in March, when I really wanted to push my own limits of sound design and arrangement. It took until July for me to complete it but I ended up with four tracks that are high energy, very dynamic, with a lot of synths, and are just a little over the top.

One of the latest releases was your flowing single „Ergo“ with Skylark, just released on DIVIDID in June of this year. How did this project take shape? How did you come to work together with Skylark?

Thibault and I started talking shortly after my first EP “Evaluate Me” came out. A while later I showed him an old track I made back in June 2019, he really liked it and thought he could give his take on it. I worked on the track a bit more and sent the stems to him, and he wrote the whole track in a few days.

And you have a new track just dropped on 3rd August out on UKF’s Pilot imprint? Cant wait to skank to that! Can you tell us more?

It’s a liquid tune so you probably wouldnt skank to it, its called „Because You Are You“. It’s a very personal track to me, a lot of the synth work came from improvised takes so it gives the music a really honest delivery, I feel.

Many voices in the scene are pointing to your music as the future of Drum & Bass. What do you think about this? Where do you think Drum & Bass might be headed for the future?

I’m glad they think so, but I never really considered myself as a “Drum & Bass-Artist”. My music ends up being Drum & Bass by incidence, I just choose to make music that is interesting to me and it ends up at this particular tempo range. Bringing in a wide range of influences into the genre is bound to give good results with the right execution, and I hope to see more of that. Artists like Kimyan Law, IMANU and False Noise are leading that wave right now. New styles of Drum & Bass are emerging and some of the current styles are going to obsolesce, I believe.

So whats next for you? Where are you going to take us in 2021 and beyond?

I’ll be putting out more music that I believe in. Some of it isn’t drum and bass but I hope you will enjoy it regardless.

Reflective question: what would you say is most important to you in life?

My music, being happy in what I do, and the people I care about.

Thanks so much for the chat! Any „last words/comments“ for our readers?

Meow.

SOCIALS:

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