Reviews Dezember 2020

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Sin-„Euphoria EP” (ARX059)

Auf Inks Architecture Recordings ist jetzt die Euphoria EP von Sin aus Eindhoven zu haben. Das Label bleibt sich treu und setzt auf klassiche Vibes. Und dabei machen sie auch gar nix falsch. Im Gegenteil: die Tunes sind echt gut. Natürlich nichst für die Masse, keine Hype-Gerödel und dementsprechend auch keine Wahnsinns-Promotion. Aber jeder einzelne Tune rockt die Scheisse fett für alle die Bock auf den alten Metalheadz bzw. Horsemen-Sound haben. Besonders der Titeltrack “Euphoria” ist ganz böse. Ein Halftime-Stomper der den Retro-Move perfekt interpretiert. Und auch “Raw Hero” sticht etwas heraus. Oder ins Herz, je nachdem wie mans sieht. Brutal in jeglicher Hinsicht, auch was das Understatement angeht. Sollte man ich mal anhören, den Kram! (Kaiza)

Release: 04.12.20
Label: Architecture Recordings
Katalognummer: ARX059

(8/10)

Various Artists-„The Fire EP” (INFLUGB0032)

Aaron Jay macht eine Remix EP von namhaften Kollegen auf seinem Label Influence klar. Und da tummelt sich so einiges Interessantes. Commix veredelt “Causeway” von Data und alleine dieser Tune macht die EP besonders. Grandiose Arbeit. Bungle regelt den Remix von “Natural” (im Original von Easy und Geeks) in seinem typischen unverschnörkelten Style. Der mir unbekannte Sevin remixed “Tunnel Vision” (ebenfalls von Easy) und ist eine ziemlich positive Überraschung. Und mein Held Zero T nimmt sich “Words” von Cutworx vor und das Ergebnis ist wie immer eine Pracht. Klasse Sache das alles hier. (Kaiza)

Release: 27.11.20
Label: Influence Recordings
Katalognummer: INFLUGB0032

(8/10)

Break-„Dub Pack” (NOCAT)

Hast schon gehört? Letztens kam ein Dub Pack von Break auf USB raus. Auf Symmetry. 400 Stück direkt ausverkauft. Sieht auch echt gut aus, die Holzoptik. Und die Tunes die drauf sind? UNFUCKINGFASSBAR! 12 Tracks mit denen der gute Mann mal wieder zeigt wo der Bartel den Most holt. “Change Things” ist das was du brauchts um den Dancefloor (sic!) zum Beben zu bringen. Oder die echt fluffig-jazzigen “Come Around” und “Flow”. “Foulplay” ist tatsächlich auch ziemlich Jump Up für Break-Verhältnisse und dabei einfach wahnisnnig cool (“Illusions” ist dieselbe Ecke). “Iris” ist purer Bristol-Rollout. “Piece Of My Heart” und “Take Me Over” und ahhhhh was ist hier los der “Who Got Da Funk VIP”. Zu heftig alles. (Kaiza)

Release: Sorry, kein Releasdeatum (Sold Out anyways)
Label: Symmetry Recordings
Katalognummer: Sorry, keine Katalognummer

(9,9/10)

“Sorry, kein Audio lol”

Ram Trilogy-“Revolutions” (RAMMLP42D)

Das ersehnte Revolutions-Remix-Album von Ram Trilogy ist endlich da! Vollgepackt mit Remixen von Szene-Grössen und vielversprechenden Neuinterpretationen von einigen jungen wilden Producern. Und trotzdem ist es meines Erachtens nicht der ganz grosse Wurf. Das liegt zum einen daran, dass es natürlich megaschwierig ist zeitlose Klassiker so zu bearbeiten, dass sie den Vibe behalten und trotzdem nicht nur eine Übersetzung ins Jetzt sind. Zum Anderen an der (mal wieder) krassen Erwartung des Hörers. Versteht mich nicht falsch. Das Album ist super. Es ist aber nicht Contender fürs Album Of The Year. Traumatize zum Beispiel gelingt sein “Beastman”-Remix ziemlich, Shimons “Titan” und “Reflection” sind Hammertunes und auch Benny L macht bei “Human Future” mal wieder alles richtig. TI zerreisst “The Map” und ich find es genial. Der Main Part vom “Both Worlds” Remix von Levela wiederum ist schon cool, aber eben irgendwie auch recht weit weg vom Intro bzw der Ursprungsidee. Klar, das ist Geplärre auf hohem Niveau, aber bei dem Ant Miles & Boneshaker Remix von “Flip The Traps“ zeigt sich das Problem schon etwas deutlicher. Da wäre mehr drin gewesen. Die InsideInfo & Ant Miles Remixe sind ordentlich (vor Allem “Incoming”), aber nicht hammermässig. “Mind Overloud” (InsideInfo Remix) und “No Reality” (Andy C Remix) sind mir zu aufgeblasen. Zum Schluss die große Überraschung von SyRan mit dem wirklich tollen “Iron Lung” Remix und natürlich Leaf der wieder auf alles einen grossen Haufen scheißt und bei “Terminal 1” noch einmal beweist was für ein Knallkopp er eigentlich ist. Tune of the Month again. (Kaiza)

Release: 08.12.2020
Label: Ram Records
Katalognummer: RAMMLP42D

(7,9/10)

Surge-“All I Want EP” (RADIUS029)

DJ Hazards Label Radius Recordings veröffentlicht Ende des Jahres eine EP von Surge, welcher schon vor einer Ewigkeit auf Full Cycle für Furore sorgte und nicht mit gleichnamigem Dubstep-Produzenten verwechselt werden sollte.
Die EP mit dem Titel “All I Want” besteht aus vier wobbligen Jump-Up-Tunes mit grunzenden Bässen und hallenden Samples. Die Beats und Basslines von “No 66” erinnern an den klassischen Bristol-Sound und werden überlagert von schier endlos hallenden Echos des kurzen Vocals. Ähnlich schallend klingt der Einsatz der Female-Vocals von “Love To Remember” und “Show Me The Way”. Surge folgt hier im Prinzip stets dem gleichen Prinzip, mit super Endergebnissen. Die Tunes sind gut gemischt und haben ihren eigenen Style, losgelöst vom eher überkomprimierten Sound der Zeit. Der Titeltrack zeigt diese Klangdynamik zwischen tiefem Bass und Reverb-Klangteppich letztlich noch einmal sehr deutlich. Allerdings sind alle vier Tunes eine Herausforderung in Sachen Mischbarkeit in DJ-Sets, denn der Key der Samples hängt schief und hier und da kommt der Drop mal eine Bar zu früh.
Diese EP ist in ihrer Machart sehr markant und zeitlos. Sie weist eine hörenswerte Sound-Ästhetik auf, die etwas an alte Zeiten erinnert und klanglich aus dem aktuellen Jump-Up-Geschehen herausragt. Keine Horns, kein Gequietsche. Gerne mehr davon! (Pasch)

Release: 18.12.2020
Label: Radius Recordings
Katalognummer: RADIUS029

(9/10)

Nais-“Testing Lab EP” (EATBRAIN115)

Die Flut an Eatbrain-Releases nimmt nicht ab und kann schon mal dafür sorgen, dass der Überblick ein wenig verloren geht. Das gilt vielleicht nicht für eingefleischte Neuro-Fanatics, doch allein diesen Labelkatalog immer im Blick zu behalten, dürfte gezielte Aufmerksamkeit erfordern. Diese EP namens “Testing Lab” von Nais besticht nun nicht nur durch fetzigen Sound, humorvolles Sampling und diese immer wieder etwas ermüdenden Hihat-Intros, wie sie im Neurofunk nunmal schon Standard geworden sind, sondern auch durch den maßvollen Einsatz derber Klänge und Distortions. Durch dieses Maß halten wirken die Bässe entsprechend tief, die Drums bleiben deutlich hörbar und die Akzente wirken schön wuchtig. Keiner der drei Tunes geht im Lärm von immer weiter aufgeblasenen Presets unter, sondern jeder ballert genau so wie er soll. “Ooh nice” fällt durch das witzige Vocal auf, “Testing Lab” durch den flackernden Synth und futuristische Atmosphäre und “Check This Out” durch den mid-reißenden Powerbass.
Die “Testing Lab EP” macht natürlich ordentlich Rabbatz, klingt dabei aber auch wirklich fett und lässt viele Möglichkeiten für wildes Mixing mit anderen Tunes. Da der Titel in derzeitiger Lockdown-Situation irgendwie mehrdeutig aufgefasst werden kann, sagen wir es doch mal so: Test erfolgreich. (Pasch)

Release: 07.12.2020
Label: Eatbrain
Katalognummer: EATBRAIN115

(9/10)

Mikal/Riot-“Echoplex/The Swarm Remix” (CNTRPNT022)

Das portugiesische Label Counterpoint präsentiert uns dieser Tage Release Nummer 22 mit “Echoplex” von Mikal und obendrein mit dessen Remix von Riot´s “The Swarm“.
“Echoplex” ist ein tief schiebender Tune mit Techstep-Drums a la Mikal, monotonem Aufbau und kurz eingespeilten verzerrten Vocal-Schnipseln. Spannungsgeladene Flächensounds und Drumloops liefern die Details zu diesem gemächlichen, packenden und unnachgiebigen 6-Minuten-Track. Riot ist, neben international erfolgreichen Projekten unter anderem Namen, in der portugiesischen Szene als Pionier der Jungle-Musik bekannt. Mikal hat sich für die Flip sein “The Swarm” vorgeknöpft und zu einem sehr fetten, düsteren Kracher im Mikal-Stil umgebaut. Eine erstaunliche Weite im Klang, der tief wabernde Bass und die stetig ansteigende Spannungskurve machen diesen Remix extrem hörenswert.
Während “Echoplex” noch recht zurückhaltend daherkommt, macht der “The Swarm Remix” mächtig Druck. Ein qualitativ hochwertiges Release, das gut zu Counterpoint passt und nicht überhört werden sollte. (Pasch)

Release: 14.12.2020
Label: Counterpoint Recordings
Katalognummer: CNTRPNT022

(8/10)

UK Apache-“Jungle Fever” (DNBVIBES006)

Wer UK Apache liest hat womöglich schon im selben Moment sein gleichermaßen legendäres wie irgendwie auch nervtötendes “na-ni-ni-woha, zig-i-na-na-no-no-no” (Quelle: songtextemania.com) im Ohr und denkt sich entweder “Boh!”, “Brap!” oder “Hilfe, das werde ich wieder nicht los!”. Nervtötend natürlich nur, weil diese Zeile in den letzten zig Jahren gefühlte hundertfünfzigtausendmal gehört wurde. Soll heißen: UK Apache polarisiert. Allerdings ist absolut klar, was bei dem Namen zu erwarten ist: Ragga-Jungle bzw. in diesem Fall vielleicht eher Ragga-Jump-Up.
“Jungle Fever” wurde von Szene-Urgestein DJ Phantasy produziert und wird als Vocal-, Clean- und Instrumental-Version veröffentlicht, was die Sache ansich auch für Ragga-Allergiker irgendwie interessant macht. Das Instrumental ist gut produziert und funktioniert auch ohne Vocal ziemlich gut. UK Apaches Beitrag ist genau wie erwartet: unverkennbare Stimme, hörbar ein wenig gealtert, leicht schepp zum Key des Tunes und immer laut im Vordergrund.
Zu diesem Release gibt es auch nicht viel mehr hinzuzufügen. Steht eigentlich ja alles drauf was auch drin ist. Von dem jungen Label ist zum Jahresende hin auch noch eine größere Compilation zu erwarten, die neben “Jungle Fever” eine ganze Menge weiterer Jungle-/Jump-Up-Kracher in Aussicht stellt. Wer also noch warten kann und es nicht auf das Instrumental abgesehen hat, darf sich also auch direkt auf das komplette Bündel freuen. (Pasch)

Release: 11.12.2020
Label: DNB Vibes
Katalognummer: DNBVIBES006

(8/10)

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